Politik

Rauhe steigt ins Kanzleramt auf

03. September 2026
Rauhe steigt ins Kanzleramt auf

Olympiasieger Ronald Rauhe wird neuer Sportstaatsminister im Kanzleramt. Bundeskanzler Friedrich Merz holt damit einen früheren Top-Athleten an die Spitze von Sport und Ehrenamt.

Foto: Wikimedia Commons / SenderundEmpfaenger/HagenWolf, CC BY-SA 4.0

Vom Olympiabecken direkt in die Bundespolitik: Ronald Rauhe wird neuer Staatsminister für Ehrenamt und Sport im Kanzleramt. Bekanntgegeben wurde die Personalie von Bundeskanzler Friedrich Merz per Instagram-Video. Der CDU-Politiker macht damit deutlich, dass der Sport in seiner Regierung als wichtiges Aufgabenfeld gesehen werden soll.

Für Rauhe ist es ein bemerkenswerter Rollenwechsel. Der frühere Kanute war bislang nicht als Politiker bekannt, bringt dafür aber reichlich Erfahrung aus dem Spitzensport mit. Der 44-Jährige ist Sportsoldat, hat Sportmarketing studiert und ist seit 2025 stellvertretender Vorsitzender des Europäischen Olympischen Komitees. Außerdem tritt er im ZDF als Kanu-Experte auf.

Gold, Titel, TV-Erfahrung

Sportlich gehört Rauhe zu den erfolgreichsten deutschen Kanuten der vergangenen Jahrzehnte. Seine wichtigsten Stationen:

In seiner ersten Reaktion betonte Rauhe, dass ihm vor allem die vielen Ehrenamtlichen in Deutschland am Herzen lägen. Sie würden enorm viel leisten, bekämen dafür aber oft zu wenig Aufmerksamkeit. Genau dort will der neue Staatsminister ansetzen.

Viel Druck bei Olympia-Frage

Der Einstieg kommt zu einem heiklen Zeitpunkt. Christiane Schenderlein hatte den Posten Ende Juli verlassen und war als parlamentarische Staatssekretärin ins Gesundheitsministerium gewechselt. Die längere Vakanz an der Spitze des politischen Sports hatte bereits Kritik ausgelöst. Nun muss Rauhe schnell Verantwortung übernehmen.

Zu seinen wichtigsten Aufgaben zählen die geplante Gründung der Spitzensport-Agentur in Leipzig und die weitere Reform des deutschen Leistungssports. Gleichzeitig drängt die Zeit bei der Olympia-Bewerbung: Der DOSB entscheidet am 26. September in Baden-Baden, ob Berlin, München oder die Region Rhein-Ruhr mit Köln als Zentrum als nationale Kandidatur ins Rennen gehen soll. Deutschland hat sein Interesse an Sommerspielen 2036, 2040 oder 2044 bereits offiziell beim IOC hinterlegt.

Quelle: Tagesschau

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