Politik

Empörung nach Freispruch in Malta

03. September 2026
Empörung nach Freispruch in Malta

In Malta sorgt der Freispruch von Yorgen Fenech im Mordfall Daphne Caruana Galizia für heftige Kritik. Familie, Opposition und Pressefreiheitsorganisationen warnen fast neun Jahre nach der Tat vor einem fatalen Signal.

Foto: Bengt Nyman / Wikimedia Commons, CC BY 3.0

Der Freispruch von Yorgen Fenech im Mordfall der maltesischen Journalistin Daphne Caruana Galizia hat in Malta eine Welle der Empörung ausgelöst. Knapp neun Jahre nach der Ermordung der Investigativreporterin sehen Angehörige, Opposition und internationale Organisationen das Urteil als schweren Rückschlag im Kampf um Gerechtigkeit.

Fenech war vorgeworfen worden, den Mord in Auftrag gegeben zu haben. Die Regierung von Premierminister Robert Abela erklärte nach dem Urteil, man nehme die Entscheidung zur Kenntnis. Zugleich rief sie zu Zurückhaltung in der öffentlichen Debatte auf und betonte, weiter für Gerechtigkeit sorgen zu wollen. Für die Staatsanwaltschaft sind die Möglichkeiten für eine Berufung allerdings stark begrenzt, weil sie sich im Wesentlichen nur auf Rechtsfragen stützen kann.

Protest vor dem Amtssitz

Besonders scharf fiel die Reaktion der Familie aus. Matthew Caruana Galizia sprach von einer verheerenden Entscheidung der Geschworenen. Auch seine Familie forderte, alle zur Verantwortung zu ziehen, die die Tat ermöglicht, begünstigt oder die Täter geschützt haben sollen. Nach ihrer Ansicht sind die institutionellen Fehler, die den Mord erst möglich gemacht hätten, bis heute nicht ausreichend aufgearbeitet.

Auch politisch schlug das Urteil sofort Wellen. Die oppositionelle Nationalistische Partei organisierte noch in der Nacht eine stille Demonstration vor dem Amtssitz des Regierungschefs. Parteichef Alex Borg nannte das Urteil einen Makel für die Regierung.

Pressefreiheit im Fokus

Große Sorge kommt zudem von Organisationen, die sich für Medienfreiheit einsetzen. Caruana Galizias Schwester Corinne Vella warnte laut "Guardian", das Urteil sende ein gefährliches Signal, weil es den Eindruck erwecken könne, Journalisten könnten ohne Folgen getötet werden.

Damit ist der Fall politisch und gesellschaftlich längst nicht beendet. Der Freispruch hat die Debatte über Korruption, Machtmissbrauch und den Schutz von Journalistinnen und Journalisten in Malta erneut mit voller Wucht angeheizt.

Quelle: ORF

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