Russenschiff in Arktis gestoppt
Norwegische Behörden haben vor Spitzbergen das russische Forschungsschiff „Professor Moltschanow“ beschlagnahmt. Hintergrund ist ein Gerichtsbeschluss zugunsten von Naftogaz über rund 4,2 Milliarden US-Dollar wegen enteigneter Werte auf der Krim.
Vor Spitzbergen ist ein russisches Forschungsschiff von norwegischen Behörden festgesetzt worden. Betroffen ist die „Professor Moltschanow“, die nach Angaben des staatlichen ukrainischen Energiekonzerns Naftogaz auf Grundlage eines norwegischen Gerichtsbeschlusses beschlagnahmt wurde.
Hinter dem Schritt steht ein jahrelanger Streit um Vermögenswerte auf der Krim. Ein Schiedsgericht hatte Russland verpflichtet, an Naftogaz rund 4,2 Milliarden US-Dollar zu zahlen. Dabei geht es um beschlagnahmte Werte auf der ukrainischen Halbinsel, die Russland 2014 völkerrechtswidrig annektiert hatte. Laut Naftogaz ist Moskau dieser Entscheidung bislang nicht nachgekommen.
Gerichtsbeschluss wird vollstreckt
Die Maßnahme in der Arktis erfolgte laut Naftogaz auf Anordnung eines norwegischen Gerichts. Auch norwegische Medien berichteten über den Fall: Die Zeitung Aftenposten zitierte einen Polizeivertreter aus Spitzbergen, der den Vorgang bestätigte.
- Ort: vor Barentsburg auf Spitzbergen
- Schiff: russisches Forschungsschiff „Professor Moltschanow“
- Hintergrund: Entschädigungsforderungen von Naftogaz
Schiff lag vor Barentsburg
Nach Daten der Ortungswebsite Vesselfinder lag das Schiff vor Barentsburg vor Anker. Russland unterhält auf dem Archipel diese Bergarbeitersiedlung. Spitzbergen liegt zwischen dem norwegischen Festland und dem Nordpol und gilt als rohstoffreiche Region.
Die „Professor Moltschanow“ wird für Expeditionen im hohen Norden eingesetzt. Das Schiff dient unter anderem der Erforschung von Meereis, Atmosphäre und Meeresbedingungen. Für Naftogaz ist die Beschlagnahmung ein weiterer Schritt, um Ansprüche aus dem Schiedsspruch durchzusetzen.
Quelle: Tagesschau






