Politik

Russenschiff in Arktis gestoppt

03. September 2026
Russenschiff in Arktis gestoppt

Norwegische Behörden haben vor Spitzbergen das russische Forschungsschiff „Professor Moltschanow“ beschlagnahmt. Hintergrund ist ein Gerichtsbeschluss zugunsten von Naftogaz über rund 4,2 Milliarden US-Dollar wegen enteigneter Werte auf der Krim.

Vor Spitzbergen ist ein russisches Forschungsschiff von norwegischen Behörden festgesetzt worden. Betroffen ist die „Professor Moltschanow“, die nach Angaben des staatlichen ukrainischen Energiekonzerns Naftogaz auf Grundlage eines norwegischen Gerichtsbeschlusses beschlagnahmt wurde.

Hinter dem Schritt steht ein jahrelanger Streit um Vermögenswerte auf der Krim. Ein Schiedsgericht hatte Russland verpflichtet, an Naftogaz rund 4,2 Milliarden US-Dollar zu zahlen. Dabei geht es um beschlagnahmte Werte auf der ukrainischen Halbinsel, die Russland 2014 völkerrechtswidrig annektiert hatte. Laut Naftogaz ist Moskau dieser Entscheidung bislang nicht nachgekommen.

Gerichtsbeschluss wird vollstreckt

Die Maßnahme in der Arktis erfolgte laut Naftogaz auf Anordnung eines norwegischen Gerichts. Auch norwegische Medien berichteten über den Fall: Die Zeitung Aftenposten zitierte einen Polizeivertreter aus Spitzbergen, der den Vorgang bestätigte.

Schiff lag vor Barentsburg

Nach Daten der Ortungswebsite Vesselfinder lag das Schiff vor Barentsburg vor Anker. Russland unterhält auf dem Archipel diese Bergarbeitersiedlung. Spitzbergen liegt zwischen dem norwegischen Festland und dem Nordpol und gilt als rohstoffreiche Region.

Die „Professor Moltschanow“ wird für Expeditionen im hohen Norden eingesetzt. Das Schiff dient unter anderem der Erforschung von Meereis, Atmosphäre und Meeresbedingungen. Für Naftogaz ist die Beschlagnahmung ein weiterer Schritt, um Ansprüche aus dem Schiedsspruch durchzusetzen.

Quelle: Tagesschau

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