Spanien protestiert wegen Ceuta
In Spanien haben Zehntausende gegen die Migrationspolitik von Ministerpräsident Pedro Sánchez demonstriert. Im Fokus stand die Lage in Ceuta, wo nach dem Massenandrang Ende Juli noch immer rund 5.000 Migranten festsitzen.
Mehr als einen Monat nach dem massiven Grenzandrang in Ceuta haben in Spanien Zehntausende Menschen gegen die Migrationspolitik der Regierung von Pedro Sánchez protestiert. Nach offiziellen Angaben kamen allein in Madrid rund 50.000 Menschen zusammen, auch in weiteren Städten gab es Kundgebungen. Im Mittelpunkt stand die Forderung, die spanische Exklave in Nordafrika stärker zu unterstützen und ihre Zugehörigkeit zu Spanien klar zu verteidigen.
Proteste für Ceuta, Kritik an Sánchez
Zu den Demonstrationen aufgerufen hatte der kommunale Dachverband FEMP, der von der konservativen Oppositionspartei PP geführt wird. Auf den Kundgebungen warfen Teilnehmer und Redner der Zentralregierung vor, gegenüber Marokko zu nachgiebig zu sein und Ceuta in der Krise nicht ausreichend geholfen zu haben. In Ceuta selbst gingen Tausende auf die Straße und verlangten eine Rückkehr zur Normalität.
Die politische Opposition nutzte die Proteste für scharfe Angriffe auf die Regierung. PP-Chef Alberto Núñez Feijóo sprach von einer „Invasion“ durch Migranten, hinter der Marokko stecke. Auch die rechtspopulistische Vox beteiligte sich an den Demonstrationen. Ceutas Verwaltungschef Juan Jesús Vivas sagte, es habe sich nicht um eine gewöhnliche Migrationskrise gehandelt, sondern um einen Eingriff in die territoriale Integrität Spaniens.
Zwischen Zusammenstößen und Gegendemos
Nicht überall blieb es friedlich. Laut einem Bericht von „El País“ ging die Nationalpolizei in der Nähe des Abgeordnetenhauses in Madrid gegen extremistische Gruppen vor und setzte dabei Tränengas und Gummigeschosse ein. Vier Demonstranten, darunter zwei Minderjährige, wurden demnach festgenommen. Außerdem wurden vier Polizisten verletzt.
- 72.000 Migranten sollen am 30. und 31. Juli nach Ceuta geströmt sein
- Mindestens 90 Menschen kamen dabei ums Leben
- In Ceuta befinden sich laut Bericht noch immer rund 5.000 Migranten
- Die Regierung beschloss zuletzt ein Hilfspaket über 309 Millionen Euro
Parallel zu den großen Kundgebungen gab es in Städten wie Barcelona und Bilbao auch Gegendemonstrationen. Dort stellten sich Teilnehmer gegen den harten Kurs der Proteste und forderten mehr Solidarität mit Migranten. Minister Ángel Víctor Torres warf den Organisatoren vor, die Lage in Ceuta vor allem zu nutzen, um die Regierung politisch anzugreifen.
Quelle: Tagesschau






