Schiff in Spitzbergen beschlagnahmt
Norwegen hat in Spitzbergen ein russisches Kreuzfahrtschiff festsetzen lassen. Hintergrund ist ein Schiedsspruch zugunsten von Naftogaz über rund 4,2 Milliarden US-Dollar wegen beschlagnahmter Vermögenswerte auf der Krim.
Foto: MODIS Land Rapid Response Team, NASA GSFC / Wikimedia Commons, Public domain
In der Arktis ist es zu einem heiklen Zugriff gekommen: Norwegen hat in Spitzbergen ein russisches Kreuzfahrtschiff beschlagnahmt. Ausgelöst wurde der Schritt laut Angaben des staatlichen ukrainischen Energiekonzerns Naftogaz, der auf Grundlage eines Gerichtsbeschlusses gegen Russland vorgeht.
Betroffen ist das Schiff „Professor Moltschanow“. Nach Darstellung von Naftogaz handelten die norwegischen Behörden auf Anordnung eines norwegischen Gerichts. Auch die Zeitung „Aftenposten“ berichtete darüber und zitierte einen Polizeivertreter aus Spitzbergen, der die Maßnahme bestätigte.
Schiedsspruch soll durchgesetzt werden
Mit der Beschlagnahme soll eine frühere Entscheidung eines Schiedsgerichts vollstreckt werden. Dieses hatte Russland verpflichtet, an Naftogaz rund 4,2 Milliarden US-Dollar zu zahlen. Der Hintergrund: beschlagnahmte Vermögenswerte auf der von Russland annektierten ukrainischen Halbinsel Krim.
- Ort des Zugriffs: Spitzbergen in der Arktis
- Betroffenes Schiff: „Professor Moltschanow“
- Forderung: rund 4,2 Milliarden US-Dollar
Nach Angaben von Naftogaz hat Moskau den Schiedsspruch bislang nicht erfüllt. Konzernchef Serhiy Fedorenko bezeichnete die norwegische Maßnahme als wichtigen Schritt, um im Zusammenhang mit den Beschlagnahmen auf der Krim Gerechtigkeit herzustellen.
Konflikt reicht bis 2014 zurück
Der Fall steht im direkten Zusammenhang mit der Krim, die Russland im Jahr 2014 annektiert hatte. Die nun erfolgte Beschlagnahme in Norwegen zeigt, dass der Streit um ukrainische Vermögenswerte und ausstehende Entschädigungen auch Jahre später vor internationalen Gerichten und Behörden weitergeht.
Quelle: ORF






