Politik

Bootsdrama vor den Kanaren

03. September 2026
Bootsdrama vor den Kanaren

Vor den Kanaren ist ein Flüchtlingsboot gekentert. Rettungskräfte entdeckten 44 Überlebende und fünf Tote, laut NGO könnten ursprünglich 127 Menschen an Bord gewesen sein.

Foto: EGMaleno / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

Vor den Kanaren wird nach einem schweren Unglück auf der Atlantikroute mit zahlreichen weiteren Todesopfern gerechnet. Die spanische staatliche Seenotrettung teilte mit, dass am Mittwochabend ein Holzboot rund 140 Kilometer südlich von Gran Canaria entdeckt wurde. An Bord befanden sich 44 Menschen, außerdem wurden fünf Leichen gefunden.

Hinweise auf viel mehr Menschen an Bord

Nach Angaben der spanischen NGO Caminando Fronteras war das Boot bereits am 7. August in Gambia gestartet. Demnach sollen insgesamt 127 Menschen in See gestochen sein. Wie der spanische Sender RTVE berichtete, hätten mehrere Überlebende diese Angaben auch gegenüber der spanischen Polizei bestätigt.

Die Route von Westafrika zu den zu Spanien gehörenden Kanaren gilt als eine der gefährlichsten Fluchtstrecken überhaupt. Viele Menschen machen sich in kleinen, offenen Holzbooten auf den Weg über den Atlantik. Stürme, Wassermangel und Hunger werden dabei immer wieder zur tödlichen Gefahr.

Hohe Zahl an Toten und Vermissten

Nach Zahlen des UNO-Flüchtlingshilfswerks UNHCR haben seit Jahresbeginn mehr als 4.800 Menschen von Afrika aus die Kanaren erreicht. Wie viele auf der Überfahrt ums Leben kamen, ist unklar. Das UNHCR registrierte im Atlantik und im westlichen Mittelmeer heuer bisher 586 Tote oder Vermisste. Caminando Fronteras kam bereits bis Mai auf mehr als 1.300 Tote und Vermisste.

Quelle: ORF

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