Politik

Goethe-Aus in Russland

03. September 2026
Goethe-Aus in Russland

Russland will die drei Standorte des Goethe-Instituts in Moskau, St. Petersburg und Nowosibirsk schließen. Betroffen ist eines der letzten direkten Kulturangebote zwischen Deutschland und Russland.

Foto: Wikimedia Commons / Heinrich-Böll-Stiftung from Berlin, Deutschland, CC BY-SA 2.0

Dem Goethe-Institut droht in Russland das Aus: Nach Angaben von Außenminister Sergej Lawrow sollen die Einrichtungen in Moskau, St. Petersburg und Nowosibirsk geschlossen werden. Die russische Seite wertet das als Reaktion auf die angekündigte Schließung des Russischen Hauses in Deutschland.

Reaktion auf neuen Streit

Hintergrund ist ein neuer diplomatischer Konflikt. Deutschland will den Vertrag mit dem Russischen Haus kündigen und begründet das mit dem Vorwurf, Russland trage die Verantwortung für den Anschlagsversuch am Flughafen Leipzig/Halle. In Moskau folgt nun die Gegenmaßnahme gegen das deutsche Kulturinstitut.

Für die Präsidentin des Goethe-Instituts, Gesche Joost, wäre das ein harter Einschnitt. Sie spricht vom Ende einer ganzen Phase in den deutsch-russischen Kulturbeziehungen. Gerade für Menschen in Russland sei das eine schlechte Nachricht, weil das Institut über Sprache und Kultur Verbindungen zwischen beiden Gesellschaften geschaffen habe.

Nur noch wenig Austausch

Schon seit 2023 stand die Arbeit des Instituts in Russland massiv unter Druck. Das Außenministerium in Moskau hatte die Zahl der Beschäftigten dort von 200 auf 15 reduzieren lassen. Künstlerischer Austausch mit Deutschland war danach nur noch eingeschränkt und ausschließlich digital möglich. Trotz allem blieb das Interesse an der Sprache groß: 10.000 Lernende nahmen weiter an Kursen teil.

Auch aus Berlin kam Kritik an der Entwicklung. Außenminister Johann Wadephul sagte, eine Fortsetzung der Arbeit wäre wichtig für den zivilgesellschaftlichen Kontakt geblieben. Der Geschäftsführer des Deutschen Kulturrats, Olaf Zimmermann, bezeichnete das Goethe-Institut als eines der letzten verbliebenen Zeichen des Austauschs. Das Institut selbst besteht seit 1951 und sollte Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg kulturell wieder näher an die Welt heranführen.

Quelle: DW Deutsch

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