Politik

Pannen-Hinrichtung in Tennessee

01. Oktober 2026
Pannen-Hinrichtung in Tennessee

Im US-Bundesstaat Tennessee hat die zum Tode verurteilte Christa Pike eine Hinrichtung per Giftspritze überlebt. Nach juristischem Streit und zwei injizierten Spritzen wurde sie laut Gericht zunächst nicht für tot erklärt und ins Krankenhaus gebracht.

Foto: Christopher Hollis / Wikimedia Commons, Public domain

Im US-Bundesstaat Tennessee ist es bei der geplanten Hinrichtung von Christa Pike zu schweren Komplikationen gekommen. Die wegen Mordes verurteilte Frau überlebte nach Angaben ihrer Verteidiger sogar zwei Giftspritzen. Laut einem Gerichtsdokument berichteten Zeugen, Pike habe auch nach beiden Injektionen noch gelebt und geschnarcht.

Richter Kyle Hixson erklärte demnach, dass der Staat die 50-Jährige zunächst nicht für tot erklärt habe. Stattdessen habe die Justizvollzugsbehörde medizinische Notfallhilfe angeordnet und den Transport in ein Krankenhaus veranlasst. Die Gefängnisbehörde teilte mit, der vorgeschriebene und genehmigte Ablauf sei eingehalten worden. Die verwendete Substanz habe in der Vergangenheit immer funktioniert.

Historischer Fall mit schweren Folgen

Pike war 1996 zum Tode verurteilt worden. Der Fall geht auf ein Verbrechen aus dem Jahr 1995 zurück: Damals hatten drei Teenager eine 19-jährige Bekannte in einem abgelegenen Gebiet nahe der University of Tennessee in Knoxville gefoltert und getötet. Pike war zum Tatzeitpunkt 18 Jahre alt.

Besonders brisant: Pike war laut offizieller Webseite des Bundesstaates die einzige Frau im Todestrakt von Tennessee. Nach Angaben des Cornell Center on the Death Penalty Worldwide wäre sie die erste Frau seit 1819 gewesen, die dort hingerichtet wird. Ein Experte für die Todesstrafe sprach von einem beispiellosen Versagen.

Supreme Court griff kurz vor Vollzug ein

Der Vollstreckung war ein heftiges juristisches Tauziehen vorausgegangen. Zunächst wurde die Hinrichtung kurz vor dem Vollzug gestoppt. Dann hob der Supreme Court diesen Stopp auf und gab einem Eilantrag der zuständigen Gefängnisbehörde statt. Die drei liberalen Richterinnen des Obersten Gerichts kritisierten die Mehrheitsentscheidung. Tennessee-Gouverneur Bill Lee ordnete inzwischen eine unabhängige Untersuchung an und setzte die für dieses Jahr geplanten Hinrichtungen im Bundesstaat vorerst aus.

Quelle: Tagesschau

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