Bardella unter Druck
In Frankreich steht RN-Chef Jordan Bardella wegen möglicher antisemitischer Nachrichten aus den Jahren 2013 und 2015 massiv unter Druck. Das Portal Mediapart erhebt schwere Vorwürfe, Bardella spricht von Fälschungen und klagt.
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Heftige Vorwürfe gegen Jordan Bardella: Der Parteichef des französischen Rassemblement National sieht sich mit Antisemitismus-Beschuldigungen konfrontiert. Das Investigativportal Mediapart berichtet über angebliche Mailwechsel und Textnachrichten aus den Jahren 2013 und 2015, in denen Bardella als Jugendlicher und junger Erwachsener judenfeindliche Aussagen gemacht haben soll.
Nach Darstellung des Portals geht es um mehrere besonders brisante Äußerungen sowie um eine angebliche Nähe zu dem antisemitischen Intellektuellen Alain Soral. Für den RN kommt der Fall zur Unzeit: Die Partei galt zuletzt als politisch stark, nun trifft die Affäre ausgerechnet ihren Vorsitzenden im Zentrum.
Bardella weist alles zurück
Bardella reagierte umgehend und reichte nach eigenen Angaben eine Verleumdungsklage gegen Mediapart ein. Er spricht von groben Fälschungen und bestreitet, die veröffentlichten Aussagen jemals geschrieben zu haben. Auf einem Parteitreffen erklärte er, seine politische Laufbahn sei längst umfassend geprüft worden, ohne dass man ihm je Vergleichbares habe nachweisen können.
- Mediapart beruft sich auf mehrere Quellen
- Alte Konversationen sollen technisch rekonstruiert worden sein
- Bardella spricht von einer Schmutzkampagne oder einem Komplott
Schwerer Schlag für Le Pens Kurs
Auch Marine Le Pen stellte sich demonstrativ hinter ihren Parteichef und griff Mediapart scharf an. Das Portal wiederum bleibt bei seiner Darstellung. Einer der beteiligten Journalisten sagte, die Redaktion sei sich ihrer Sache absolut sicher und hätte die Enthüllungen sonst nicht veröffentlicht.
Besonders alarmiert zeigte sich Philippe Mayer, Vizepräsident des Zentralrats der Juden in Frankreich. Sollten sich die Bardella zugeschriebenen Aussagen bestätigen, wäre das aus seiner Sicht schockierend. Gerade deshalb ist der Fall politisch so heikel: Die Vorwürfe treffen die langjährige Strategie von Marine Le Pen, das Image der früheren Front National-Partei zu entgiften und von offen extremistischen Positionen zu lösen.
Quelle: tagesschau






