Politik

Italien verschärft Schulregeln

01. Oktober 2026
Italien verschärft Schulregeln

In Italien sind an Schulen ab sofort Burka und Nikab verboten. Zudem gilt ab dem Schuljahr 2027/28 in den ersten Klassen eine Quote von maximal 30 Prozent für ausländische Kinder mit schwachen Italienischkenntnissen.

Foto: Wikimedia Commons / Governo Italiano, CC BY 3.0 it

In Italien gelten an Schulen ab sofort deutlich strengere Regeln. Staatschef Sergio Mattarella hat ein Gesetzesdekret der Regierung von Ministerpräsidentin Giorgia Meloni unterzeichnet. Damit tritt ein Verbot von Burka und Nikab an allen Schulen des Landes in Kraft.

Die neue Regelung betrifft nicht nur Schülerinnen, sondern geht deutlich weiter. Die Regierung koppelt das Paket auch an neue Vorgaben zur sprachlichen Zusammensetzung von Schulklassen. Ab dem Schuljahr 2027/28 darf in den ersten Klassen aller Schulstufen der Anteil ausländischer Kinder mit unzureichenden Italienischkenntnissen bei höchstens 30 Prozent liegen.

Burkaverbot sofort wirksam

Nach den neuen Vorgaben ist eine vollständige Verschleierung des Gesichts für Schülerinnen grundsätzlich nicht mehr erlaubt. Das Dekret wurde als Notverordnung erlassen und gilt deshalb unmittelbar. Das Parlament muss die Maßnahme allerdings binnen 60 Tagen in ein reguläres Gesetz umwandeln. Passiert das nicht, verliert die Verordnung wieder ihre Gültigkeit.

Sprachquote und Pflichten für Eltern

Die Sprachquote richtet sich vor allem an neu zugewanderte Kinder. Betroffen sind laut Regelung Schülerinnen und Schüler, die keine italienische Staatsbürgerschaft besitzen, nicht in Italien geboren wurden und nicht mindestens zwei Jahre lang einen italienischen Kindergarten besucht haben.

Politisch passt das Dekret zu Melonis Kurs in der Migrationspolitik. Die Regierungschefin ist seit fast vier Jahren im Amt und war mit dem Versprechen eines harten Vorgehens gegen Migration angetreten. Vor der Wahl im kommenden Jahr liegt ihre Partei zwar in Umfragen vorn, zuletzt geriet das rechte Bündnis aber durch die noch weiter rechts stehende Partei Futuro Nazionale von Ex-General Roberto Vannacci unter Druck.

Quelle: Tagesschau

Mehr aus Politik

Bardella unter Druck
Politik01. Oktober 2026

Bardella unter Druck

In Frankreich steht RN-Chef Jordan Bardella wegen möglicher antisemitischer Nachrichten aus den Jahren 2013 und 2015 massiv unter Druck. Das Portal Mediapart erhebt schwere Vorwürfe, Bardella spricht von Fälschungen und klagt.

Hegseth kürzt Armee radikal
Politik01. Oktober 2026

Hegseth kürzt Armee radikal

US-Verteidigungsminister Pete Hegseth baut die amerikanischen Streitkräfte um. In Quantico kündigte er an, die Zahl der Generäle, Admirale und Planstellen um insgesamt 20 Prozent zu senken – und Elon Musk in ein Zukunftsprojekt des Pentagons einzubinden.

Ceuta setzt EU unter Druck
Politik01. Oktober 2026

Ceuta setzt EU unter Druck

Die EU-Innenminister beraten in Luxemburg über Abschiebungen und die Folgen der Ceuta-Krise. Nach dem Massenandrang von mehr als 72.000 Menschen drängt die Kommission auf schärfere Krisenmechanismen und mehr Frontex.

Matterhorn fast ohne Weiss
Politik30. September 2026

Matterhorn fast ohne Weiss

Am Matterhorn liegt derzeit kaum Schnee. Laut SRF sind ein zu warmer, zu trockener Sommer und ein bereits schneearmer Winter Gründe für das ungewohnt kahle Bild des Schweizer Wahrzeichens.

Blut-Attacke im Cockpit
Politik30. September 2026

Blut-Attacke im Cockpit

Auf einem Flydubai-Flug nach Tel Aviv ist es zu einem schweren Gewaltvorfall im Cockpit gekommen. Laut Berichten verletzte ein Pilot den anderen mit einem Messer, die Maschine mit rund 180 Israelis landete in Saudi-Arabien not.

USA raus aus dem Irak
Politik30. September 2026

USA raus aus dem Irak

Die USA haben ihren Militäreinsatz im Irak offiziell beendet. Nach Angaben des Pentagons wurden die letzten rund 2500 US-Soldaten abgezogen, zuletzt vor allem aus Erbil, Bagdad und der Grünen Zone.