Matterhorn fast ohne Weiss
Am Matterhorn liegt derzeit kaum Schnee. Laut SRF sind ein zu warmer, zu trockener Sommer und ein bereits schneearmer Winter Gründe für das ungewohnt kahle Bild des Schweizer Wahrzeichens.
Das Matterhorn zeigt sich derzeit von einer ungewohnten Seite: Statt eines weissen Gipfels ist auf aktuellen Bildern viel nackter Fels zu sehen. Gerade weil der Berg als Symbol der Schweizer Alpen gilt, sorgt das in sozialen Netzwerken für Aufmerksamkeit. Das vertraute Postkartenmotiv wirkt plötzlich fremd.
Warum der Schnee fehlt
Nach Einschätzung von Silvan Rusch von SRF Meteo ist vor allem das Wetter verantwortlich. Der Sommer sei deutlich zu trocken und zu warm gewesen, im Hochgebirge habe es deshalb nur wenig Neuschnee gegeben. Dazu komme, dass schon der vergangene Winter schneearm war. Zwar ist der September laut Bericht oft die Zeit mit der geringsten Schneemenge am Berg, doch in diesem Jahr falle der Unterschied besonders stark auf.
Der Vergleich von Webcam-Bildern vom 29. September macht das deutlich: Wo im Vorjahr noch Schnee zu sehen war, ist nun vielerorts blanker Fels sichtbar. Damals hatte ein Kaltlufteinbruch noch frischen Schnee gebracht, in diesem September blieb dieser Nachschub aus.
Mehr als nur ein Wetterbild
Für Norman Backhaus, Professor für Humangeografie an der Universität Zürich, ist das Matterhorn weit mehr als nur ein Berg. Es stehe für die Schweizer Bergwelt und für ein vertrautes Heimatbild. Wenn sich eine solche Landschaft sichtbar verändert, könne das Menschen verunsichern. Laut Backhaus entsteht dabei schnell das Gefühl, dass etwas Vertrautes verloren geht.
- warmer, trockener Sommer
- bereits schneearmer Winter
- kein frischer Schneefall im September
Auch für den Tourismus ist das nicht unwichtig. Wer mit dem klassischen Alpenbild anreist, könnte vor Ort überrascht sein. Backhaus meint deshalb, dass sich die Branche fragen müsse, mit welchen Bildern sie in Zukunft werben will. Ganz verschwinden werde der Schnee im Sommer zwar nicht jedes Jahr: Wegen der grossen Wetterschwankungen dürfte es laut Meteorologe Rusch weiterhin Sommer mit deutlich mehr Weiss im Hochgebirge geben.
Quelle: SRF






