Atomdrohung wegen Kaliningrad
Russland hat der NATO im Streit um Kaliningrad mit Atomwaffen gedroht. Laut einem von Reuters eingesehenen Schreiben warnt Moskau vor einem direkten Konflikt, falls die Exklave isoliert werden sollte.
Foto: Gumerov Ildar / Wikimedia Commons, Public domain
Im Streit um die russische Ostsee-Exklave Kaliningrad hat Moskau den Ton massiv verschärft. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters, die ein informelles diplomatisches Schreiben einsehen konnte, droht Russland der NATO mit dem Einsatz von Atomwaffen, falls das Bündnis versuchen sollte, die Region von außen abzuschneiden.
In dem Dokument wirft Russland der Allianz einen gefährlichen Kurs vor, der das Risiko eines direkten militärischen Zusammenstoßes deutlich erhöhe. Sollte Kaliningrad „in irgendeiner Weise“ isoliert werden, sei Moskau demnach bereit, sein gesamtes militärisches Arsenal zur Verteidigung der Exklave einzusetzen. Laut dem Schreiben würde das auch Angriffe auf Entscheidungszentren in NATO-Staaten schon zu Beginn eines Konflikts einschließen.
Kreml bestätigt Warnung
Der Kreml bestätigte inzwischen, dass eine entsprechende Mitteilung an das Bündnis verschickt wurde. Auch die NATO bestätigte den Eingang des Schreibens. Sprecherin Allison Hart erklärte, die Allianz habe geantwortet und klargemacht, dass ihre Aktivitäten keine Bedrohung für russisches Territorium darstellten. Zugleich verurteilte sie die Gewaltandrohung und die nukleare Rhetorik scharf.
- Russland warnt vor einer Isolierung Kaliningrads
- Im Schreiben ist von einem möglichen Atomwaffeneinsatz die Rede
- Die NATO weist die Vorwürfe zurück
NATO sieht Einschüchterungsversuch
Aus europäischen Verteidigungskreisen hieß es, der Vorgang sei ernst zu nehmen. Ein hochrangiger Behördenvertreter sprach laut ORF davon, dass Russland eine solche Drohung in dieser Form erstmals seit dem Kalten Krieg ausspreche. Ein NATO-Diplomat wertete das Schreiben als Versuch, Druck aufzubauen. An der Unterstützung für die Ukraine wolle sich das Bündnis dadurch jedoch nicht hindern lassen.
Quelle: ORF






