Politik

Mutmaßlicher Saboteur gefasst

08. September 2026
Mutmaßlicher Saboteur gefasst

Die Polizei hat nahe des Kraftwerks Weisweiler bei Aachen einen 48-Jährigen festgenommen. Er soll bundesweit Sabotageakte gegen das Stromnetz verübt und weitere Sprengsätze bei sich gehabt haben.

Foto: Raimond Spekking / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

Im Fall der bundesweiten Angriffe auf das Stromnetz gibt es eine wichtige Entwicklung: Nahe des Kraftwerks Weisweiler bei Aachen hat die Polizei einen 48-jährigen Tatverdächtigen festgenommen. Nach Angaben der Ermittler wurde der Mann an einer Autobahntankstelle in der Gegend aufgespürt. Laut Staatsanwaltschaft soll er dort vermutlich in einem Zelt übernachtet haben.

Festnahme bei Aachen

Die Festnahme verlief nach Angaben der Staatsanwaltschaft Köln ohne Widerstand. Brisant: An dem Zelt des Verdächtigen wurden demnach weitere Sprengsätze entdeckt, die nun entschärft werden. Gesucht worden war der Mann per Haftbefehl der Staatsanwaltschaft Cottbus, nachdem in Brandenburg der erste bekannte Angriff auf das Stromnetz publik geworden war.

Der Verdächtige stammt laut NRW-Innenminister Herbert Reul aus Gevelsberg. In Schreiben soll er die Verantwortung für versuchte Anschläge rund um die Kraftwerke Jänschwalde und Schwarze Pumpe in Brandenburg übernommen haben. Außerdem bekannte er sich zu Taten in Nordrhein-Westfalen, darunter Gohr, Bergheim-Rheidt, Dormagen und Weisweiler. Die Ermittler gehen davon aus, dass er mit selbstgebauten Raketen einen dünnen Draht über Hochspannungsleitungen schoss, um so Kurzschlüsse auszulösen.

Mehrere Orte betroffen

Die Auswirkungen waren teils erheblich: In Bergheim fielen nach einem Kurzschluss mehrere Blöcke eines Kraftwerks für einige Tage aus. Auch in Brandenburg gab es am Umspannwerk Turnow-Preilack nahe Jänschwalde zwei Kurzschlüsse. Zuletzt war zudem ein weiteres Bekennerschreiben zusammen mit mehreren Abschussvorrichtungen an einer Hochspannungsleitung bei Weisweiler entdeckt worden. Ob auch diese Funde direkt mit dem nun festgenommenen Mann zusammenhängen, ist bisher noch offen.

Als Motiv wurde in den Schreiben der Kampf gegen fossile Brennstoffe genannt. Die Bundesregierung ordnet die Taten als „Klimaextremismus“ ein. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt warnte in diesem Zusammenhang bereits vor möglichen weiteren Angriffen auf kritische Infrastruktur in Deutschland.

Quelle: Tagesschau

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