Politik

Huthi-Angriffe verletzen Dutzende

08. September 2026
Huthi-Angriffe verletzen Dutzende

Bei Angriffen der Huthi-Miliz auf mehrere Ziele in Saudi-Arabien sind laut Behörden 73 Menschen verletzt worden. Nach Einschlägen und Bränden an Energieanlagen spricht das saudische Militärbündnis von einer gefährlichen Eskalation.

Foto: Henry Ridgwell (VOA) / Wikimedia Commons, Public domain

Neue Angriffe der Huthi-Miliz haben den Süden Saudi-Arabiens erschüttert: Nach saudischen Angaben wurden 73 Menschen verletzt. Betroffen waren demnach zivile und wirtschaftliche Ziele in Chamis Muschait, Nadschran und weiteren Städten. Zudem meldete das Energieministerium Brände an mehreren Anlagen im Süden des Landes, der Betrieb sei dort teils vorübergehend gestoppt worden.

Feuer an Energieanlagen

Wann genau die Angriffe stattfanden, blieb zunächst offen. Auch ein Sprecher des saudisch geführten Militärbündnisses, das im Jemen seit Jahren gegen die Huthi kämpft, nannte dazu keine Details. Er sprach jedoch von einer „gefährlichen Eskalation“ und einer schweren Verletzung der saudischen Souveränität. Unter den Verletzten seien nach seinen Angaben auch Frauen und Kinder. Das Bündnis kündigte an, alle notwendigen Schritte gegen die Bedrohung aus dem Jemen zu prüfen.

Huthi reklamieren Angriffe für sich

Die von Iran unterstützten Huthi bekannten sich zu der Angriffswelle. Ihr Militärsprecher erklärte in einer Videobotschaft, eingesetzt worden seien Dutzende ballistische Raketen und Drohnen. Als Ziele nannte die Miliz unter anderem Öl- und Wirtschaftsanlagen sowie einen Luftwaffenstützpunkt. Genannt wurden ein Industrie- und Logistikstandort in Dschasan, Einrichtungen des Ölkonzerns Aramco in Nadschran und Abha sowie der Luftwaffenstützpunkt König Chalid in Chamis Muschait.

Nach Darstellung der Huthi waren die Attacken eine Reaktion auf jüngste saudische Angriffe auf ein Gefängnis in der nordjemenitischen Provinz al-Dschauf. Dabei seien mindestens sieben Menschen getötet und sieben weitere verletzt worden, unter den Toten sei auch ein Kind. Eine Stellungnahme Saudi-Arabiens dazu gibt es bisher nicht. Unabhängig überprüfen lassen sich die Angaben beider Seiten derzeit nicht.

Der Konflikt im Jemen dauert seit mehr als zehn Jahren an. Zwar galt seit 2022 eine inoffizielle Waffenruhe, doch im Zuge des Iran-Kriegs hat sich die Lage wieder deutlich verschärft. Nach UN-Schätzungen wurden bislang mindestens 150.000 Menschen getötet. Nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration sind zudem etwa 18.500 Menschen in den Provinzen Tais und Hudaida vertrieben worden.

Quelle: Tagesschau

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