Marokko hat jetzt eine Frau vorn
In Marokko ist erstmals eine Frau zur Regierungschefin ernannt worden: König Mohammed VI. beauftragte Fatima Ezzahra El Mansouri mit der Bildung einer neuen Regierung. Ihre Partei PAM holte bei der Wahl 97 von 395 Sitzen.
Foto: Subhros / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0
Fatima Ezzahra El Mansouri schreibt in Marokko Geschichte: König Mohammed VI. hat die 50-jährige Juristin zur neuen Ministerpräsidentin ernannt. Damit steht erstmals eine Frau an der Spitze der Regierung des nordafrikanischen Landes. Wie aus dem Königspalast mitgeteilt wurde, erhielt die bisherige Bürgermeisterin von Marrakesch offiziell den Auftrag, eine neue Regierung zu bilden.
El Mansouri bringt politische Erfahrung mit: Zuletzt war sie auch als Bauministerin im Amt. Ihre Partei, die Partei für Authentizität und Modernität (PAM), war bereits Teil der bisherigen Regierungskoalition. Bei der Parlamentswahl in der vergangenen Woche setzte sie sich nun klar an die Spitze.
Klarer Wahlsieg, aber keine eigene Mehrheit
Im neuen Parlament kommt die PAM auf 97 von 395 Sitzen. Dahinter folgt die Nationale Sammlung der Unabhängigen (RNI) des bisherigen Regierungschefs Aziz Akhannouch mit 66 Mandaten. Die Istiklal-Partei landete mit 65 Sitzen knapp dahinter.
- PAM: 97 Sitze
- RNI: 66 Sitze
- Istiklal-Partei: 65 Sitze
Nach marokkanischer Tradition stellt die stärkste Kraft im Parlament den Regierungschef. Bei zentralen politischen Fragen behält allerdings der König als Staatsoberhaupt das letzte Wort. Für El Mansouri heißt das nun: Sie muss ohne eigene Mehrheit eine Koalition zusammenstellen.
Schwieriger Start für die neue Regierung
Die Aufgaben sind groß. Hohe Lebenshaltungskosten und eine hohe Jugendarbeitslosigkeit haben zuletzt für spürbare Unzufriedenheit gesorgt, besonders unter jungen Menschen. Dazu kommt eine auffallend schwache Beteiligung an der Wahl: Mit 38 Prozent war sie so niedrig wie seit 20 Jahren nicht mehr. Im Wahlkampf hatte El Mansouri angekündigt, der jungen Generation in Marokko wieder Hoffnung geben zu wollen.
Quelle: ORF






