Politik

Iran droht Rückkehrer mit Tod

29. September 2026
Iran droht Rückkehrer mit Tod

Der iranische Regimegegner Ali Zarei, der nach seiner Flucht zeitweise in Deutschland lebte, sitzt wieder in Iran in Haft. Menschenrechtsgruppen befürchten, dass seine Hinrichtung im Gefängnis Ghezel Hesar kurz bevorstehen könnte.

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Dem iranischen Protestteilnehmer Ali Zarei droht offenbar die Hinrichtung. Der junge Mann, der nach Protesten gegen die Führung aus Iran geflohen war und 2025 mit Hilfe eines humanitären Visums nach Deutschland kam, sitzt inzwischen wieder im Gefängnis Ghezel Hesar bei Karadsch. Anfang September meldete er sich per Sprachnachricht aus der Haft und bat Menschenrechtsorganisationen sowie die Vereinten Nationen um Unterstützung.

Von den Protesten nach Deutschland

Zarei gehörte laut dem Bericht zu den Menschen, die sich 2022 unter dem Motto „Frau, Leben, Freiheit“ gegen das Regime stellten. Nach eigenen Angaben verlor er bei einer Demonstration durch Schrotkugeln die Sehkraft in einem Auge und wurde später festgenommen. Nach seiner Freilassung verließ er das Land über die Türkei. Der Münchner Verein Munich Circle half ihm nach Angaben eines Unterstützers, nach Deutschland zu kommen. Am 23. April 2025 erreichte er demnach München.

Dort wurde Zarei durchgehend ärztlich behandelt. Sein Augenarzt erklärte, dass noch mindestens drei weitere Eingriffe notwendig seien. In Iran werde ihm diese Versorgung jedoch verweigert – mit der Begründung, dass gegen ihn bereits ein Todesurteil vorliege.

Sorge vor unmittelbarer Hinrichtung

Die in den USA ansässige Menschenrechtsagentur HRANA berichtete am 21. September, Zarei sei innerhalb des Gefängnisses in Einzelhaft verlegt worden. Warum, ist bislang unklar. Menschenrechtsorganisationen werten das als Alarmsignal und befürchten, dass die Vollstreckung des Urteils unmittelbar bevorstehen könnte. Ein offizieller Hinrichtungstermin wurde bisher nicht bekannt.

Auch in Deutschland blieb Zarei politisch aktiv. Bei einer Großkundgebung am 14. Februar 2026 auf der Münchner Theresienwiese hielt er eine Rede. Dort trat er als Unterstützer von Reza Pahlavi auf, dem im Exil lebenden Sohn des letzten iranischen Schahs, auf den viele Menschen in der iranischen Diaspora Hoffnungen setzen.

Quelle: Tagesschau

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