Politik

Jemen rutscht tiefer in den Hunger

04. September 2026
Jemen rutscht tiefer in den Hunger

Im Jemen eskaliert der Krieg erneut. Nach UN-Angaben ist die Lage so gefährlich wie seit dem Waffenstillstand vor vier Jahren nicht mehr, während 18 Millionen Menschen unter Ernährungsunsicherheit leiden.

Foto: المصور أنس الحاج / Wikimedia Commons, CC BY-SA 2.0

Im Jemen spitzt sich die Lage dramatisch zu: Der Krieg zwischen der Huthi-Miliz und den Truppen der international anerkannten Regierung ist erneut aufgeflammt. Nach Einschätzung der Vereinten Nationen ist die Situation so bedrohlich wie seit dem Waffenstillstand vor vier Jahren nicht mehr. Für die Zivilbevölkerung hat die neue Eskalation schon jetzt gravierende Folgen.

Besonders groß ist die Sorge vor einer neuen Hungerkrise. Das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen warnt, dass das Land einen hohen Preis für die Kämpfe zahlt. Rund 90 Prozent der Lebensmittel müssen importiert werden, doch Blockaden und Angriffe erschweren die Versorgung massiv. Nach Angaben des WFP sind die Preise für Lebensmittel innerhalb weniger Monate auf das Siebenfache gestiegen.

Millionen Menschen zwischen den Fronten

Die humanitäre Lage ist schon jetzt verheerend. Laut WFP leben 18 Millionen Menschen im Jemen in Ernährungsunsicherheit. Besonders alarmierend: Die Hälfte aller Kinder ist demnach teilweise lebensbedrohlich unterernährt. WFP-Direktor Carl Skau war in dieser Woche mit seinem Team im Süden des Landes unterwegs, um sich ein Bild von der Lage zu machen.

Beide Seiten geben sich die Schuld

Jemens UN-Botschafter Abdullah Ali Fadhel al-Saadi machte im Sicherheitsrat die Huthi für Angriffe auf Häfen, Infrastruktur, Frachtschiffe und Lebensmittelvorräte verantwortlich. Die Huthi wiederum werfen Saudi-Arabien vor, hinter der aktuellen Eskalation zu stehen, und kündigen an, auf jede weitere Zuspitzung mit noch stärkeren Attacken zu reagieren.

Saudi-Arabien sieht sich durch die pro-iranische Huthi-Miliz vor allem mit Blick auf den Öltransport bedroht. Weil durch die Straße von Hormus kaum noch Schiffe fahren, gewinnt das Rote Meer für das Königreich noch mehr an Bedeutung. Genau dort greifen die Huthi immer wieder Schiffe an und drohen mit einer Blockade von Bab al-Mandab. Für den Jemen bedeutet das vor allem eins: noch mehr Not für ein Land, das längst am Limit ist.

Quelle: Tagesschau

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