Milei verschärft Insel-Streit
Argentiniens Präsident Javier Milei verschärft den Konflikt um die Falklandinseln. Er kündigt eine Militärbasis auf Feuerland und Sanktionen gegen Firmen an, die rund um die Inselgruppe ohne Genehmigung wirtschaftlich aktiv werden.
Foto: Gage Skidmore from Surprise, AZ, United States of America / Wikimedia Commons, CC BY-SA 2.0
Im Dauerstreit um die Falklandinseln geht Argentiniens Präsident Javier Milei auf Konfrontationskurs. In einer TV-Ansprache kündigte er den Bau einer Militärbasis auf Feuerland an. Außerdem stellte er Sanktionen gegen Unternehmen in Aussicht, die nach Ansicht seiner Regierung ohne argentinische Erlaubnis in den Gewässern rund um die Inselgruppe Geschäfte machen.
Die Falklandinseln liegen rund 400 Kilometer vor dem argentinischen Festland im Südatlantik und sind seit 1833 britisches Überseegebiet. Buenos Aires beansprucht das Archipel jedoch weiterhin für sich. Milei erklärte, Argentinien wolle alle diplomatischen, wirtschaftlichen und rechtlichen Mittel nutzen, um Eingriffe in die eigene Souveränität abzuwehren.
Trump bringt neue Unruhe
Brisant ist die Lage auch wegen Aussagen von Donald Trump. Der US-Präsident stellte die bisherige Linie der Vereinigten Staaten in dem Konflikt zumindest indirekt infrage. Offiziell geben sich die USA neutral, de facto wurde die britische Verwaltung der Inseln bislang aber anerkannt. Auf eine Frage, ob Washington Großbritannien in einem neuen Konfliktfall unterstützen würde, reagierte Trump ausweichend.
Als konkreten Anlass für seine verschärfte Tonlage nannte Milei das Projekt „Sea Lion“. Dabei geht es um Offshore-Ölförderung rund 220 Kilometer nördlich der Inseln. Laut Milei sollen Firmen aus Großbritannien und Israel daran beteiligt sein. Unternehmen, die direkt oder indirekt ohne argentinische Genehmigung an solchen Projekten mitwirken, sollen nach seinen Worten künftig nicht mehr in Argentinien arbeiten dürfen.
Ein alter Konflikt mit neuer Schärfe
- 1833 übernahm Großbritannien die Kontrolle über die Inseln.
- 1982 eskalierte der Streit im Falklandkrieg mit Hunderten Toten.
- 2013 stimmten die Bewohner in einem Referendum für den Verbleib bei Großbritannien.
Trotzdem hält Argentinien an seinem Anspruch fest. Das hat nicht nur historische, sondern auch wirtschaftliche Gründe: Die Region gilt als reich an Öl und Erdgas. Zusätzlichen Rückenwind bekam Milei nach Angaben der Quelle bei einem Treffen mit Chiles Präsidenten José Antonio Kast.
Quelle: Tagesschau






