Farages Partei gerät ins Wanken
Auf dem Parteitag von Reform UK in Birmingham steht Nigel Farages Partei unter Druck. Schlechtere Umfragen, Spendenskandale und der Rückenwind für Premier Andy Burnham setzen den britischen Rechtspopulisten zu.
Foto: Wikimedia Commons / Laurie Noble, CC BY 3.0
Beim Parteitag von Reform UK in Birmingham versucht die Partei, Zuversicht auszustrahlen. Türkis ist in der Konferenzhalle überall präsent, dazu ein Selfie-Bereich mit dem Slogan, dass es Zeit für Reform sei. Doch hinter der Kulisse ist die Lage deutlich komplizierter: Die britischen Rechtspopulisten kommen nicht mehr mit dem Rückenwind an, den sie noch vor einem Jahr hatten.
Im Herbst 2025 träumte die Partei von Nigel Farage noch offen vom Einzug in die Downing Street. Damals lag Reform in den Umfragen vorn, prägte die Debatte über Einwanderung und setzte die Labour-Regierung unter Druck. Zwar gewann die Partei bei den Lokal- und Regionalwahlen im Mai zahlreiche Sitze, inzwischen ist der Höhenflug aber vorbei. Mehrere Nachwahlen gingen verloren, und auch Farages Image hat gelitten.
Umfragen kippen
Besonders deutlich wird das bei den aktuellen Stimmungswerten. Einer YouGov-Umfrage kurz vor dem Parteitag zufolge halten rund sechs von zehn Briten Reform für nicht vertrauenswürdig, eigennützig, vorurteilsbehaftet oder extrem. Dazu kommt: Auf der rechten Seite des politischen Spektrums ist die Konkurrenz größer geworden. Neben Reform und den Konservativen gibt es inzwischen mit Restore Britain eine weitere Partei, die noch weiter rechts steht.
- Reform verliert an Umfragekraft
- Mehrere Nachwahlen gingen verloren
- Die Rechte ist politisch zersplittert
Burnham bremst den Farage-Effekt
Ein weiterer Grund für den Druck auf Reform ist der gute Start von Andy Burnham als neuem Labour-Premier. Er ist in sozialen Medien sehr präsent, wirkt nahbar und hat Labour in den Umfragen wieder nach vorn gebracht. Beobachter sprechen bereits von einem Burnham-Effekt. Während Burnham vor allem das linke Lager wieder stärker hinter Labour versammelt, fehlt Reform damit ein Teil der öffentlichen Aufmerksamkeit, von der Farage lange profitiert hatte.
Besonders schädlich sind für die Partei aber die Finanz- und Spendenskandale der vergangenen Monate. Im Mittelpunkt steht eine persönliche Spende über fünf Millionen Pfund an Farage selbst. Damit geht Reform UK ausgerechnet zum Parteitag nicht aus einer Position der Stärke in die politische Offensive, sondern muss vor allem verlorenes Vertrauen zurückgewinnen.
Quelle: Tagesschau






