Politik

Frontex greift im Ärmelkanal ein

04. September 2026
Frontex greift im Ärmelkanal ein

Die EU-Grenzschutzagentur Frontex will die Seenotrettung im Ärmelkanal und in der Nordsee unterstützen. Ab September sollen zunächst zwei spanische, danach bis Jänner ein litauisches Schiff die französischen Einsätze verstärken.

Foto: Wikimedia Commons / Photo Claude TRUONG-NGOC, CC BY-SA 3.0

Die EU-Grenzschutzagentur Frontex will sich künftig mit eigenen Schiffen an Such- und Rettungseinsätzen im Ärmelkanal und in der Nordsee beteiligen. Nach Angaben der zuständigen Behörden sollen damit die französischen Patrouillen in den kommenden Monaten zusätzlich unterstützt werden.

Geplant ist ein gestaffelter Einsatz: Im September und Oktober werden zwei Schiffe aus Spanien erwartet, anschließend soll bis Jänner ein litauisches Schiff übernehmen. Laut der französischen Meerespräfektur für den Ärmelkanal und die Nordsee geht es darum, die französischen Kapazitäten bei Such- und Rettungsaktionen vorübergehend zu ergänzen.

Gefährliche Route über das Meer

Der Ärmelkanal zählt zu den am dichtesten befahrenen Schifffahrtswegen der Welt. Für Menschen, die von Frankreich nach Großbritannien in häufig überfüllten Schlauchbooten übersetzen wollen, ist die Route deshalb besonders riskant. Starke Strömungen verschärfen die Gefahr zusätzlich, immer wieder endet die Überfahrt tödlich.

Wie dramatisch die Lage ist, zeigte sich erst im August: Damals rettete die französische Küstenwache 157 Menschen von einem brennenden Boot. Der neue Frontex-Einsatz ist damit auch eine Reaktion auf eine Strecke, auf der es regelmäßig zu lebensgefährlichen Notlagen kommt.

Politisch stark umkämpft

Die Entscheidung fällt kurz nach einem Treffen von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron mit dem britischen Premier Andy Burnham. Migration bleibt in Europa ein hoch umstrittenes Thema. In Großbritannien steht die regierende Labour-Partei unter Druck der populistischen Reform UK, die ein Ende der Überfahrten mit Migrantenbooten verlangt.

Bereits im April hatten Großbritannien und Frankreich ein dreijähriges Abkommen zur Grenzsicherung vereinbart. Demnach will London bis zu 780 Millionen Euro zahlen, um illegale Überfahrten einzudämmen.

Quelle: ORF

Mehr aus Politik

Jemen rutscht tiefer in den Hunger
Politik04. September 2026

Jemen rutscht tiefer in den Hunger

Im Jemen eskaliert der Krieg erneut. Nach UN-Angaben ist die Lage so gefährlich wie seit dem Waffenstillstand vor vier Jahren nicht mehr, während 18 Millionen Menschen unter Ernährungsunsicherheit leiden.

Machtpoker vor der Wahl
Politik04. September 2026

Machtpoker vor der Wahl

Vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt legen sich die Parteien bei möglichen Bündnissen fest. AfD-Kandidat Ulrich Siegmund will nur bei absoluter Mehrheit regieren, die CDU schließt Koalitionen mit AfD und Linken aus.

Milei verschärft Insel-Streit
Politik04. September 2026

Milei verschärft Insel-Streit

Argentiniens Präsident Javier Milei verschärft den Konflikt um die Falklandinseln. Er kündigt eine Militärbasis auf Feuerland und Sanktionen gegen Firmen an, die rund um die Inselgruppe ohne Genehmigung wirtschaftlich aktiv werden.

Assad-Urteil reicht vielen nicht
Politik04. September 2026

Assad-Urteil reicht vielen nicht

Ein Gericht in Damaskus hat Baschar al-Assad im August in Abwesenheit zum Tode verurteilt. Für viele Syrer ist das ein wichtiges Signal – doch Betroffene und Aktivistinnen sagen: Für echte Gerechtigkeit braucht es deutlich mehr.

Patriot-Poker geplatzt
Politik04. September 2026

Patriot-Poker geplatzt

Die Schweiz bekommt ihr Patriot-Flugabwehrsystem deutlich später und teurer als geplant. Gespräche mit Deutschland und den USA sind gescheitert, die Mehrkosten steigen laut VBS auf mindestens 1,7 Milliarden Franken.

Farages Partei gerät ins Wanken
Politik04. September 2026

Farages Partei gerät ins Wanken

Auf dem Parteitag von Reform UK in Birmingham steht Nigel Farages Partei unter Druck. Schlechtere Umfragen, Spendenskandale und der Rückenwind für Premier Andy Burnham setzen den britischen Rechtspopulisten zu.