EU-Bericht warnt vor Wehrlücken
Beim Treffen der EU-Verteidigungsminister in Brüssel hat Außenbeauftragte Kaja Kallas vor deutlichen Schwächen bei der Verteidigungsbereitschaft gewarnt. Laut Bericht gibt es unter anderem Lücken bei Luftverteidigung, Drohnen und Munitionsbeständen.
Foto: Wikimedia Commons / Renee Altrov, CC BY-SA 4.0
Die Europäische Union ist nach Einschätzung von Kaja Kallas noch nicht ausreichend auf mögliche Bedrohungen vorbereitet. Beim Treffen der EU-Verteidigungsminister in Brüssel verwies die Außenbeauftragte auf einen neuen Bericht, der erhebliche Defizite bei der Verteidigungsbereitschaft offenlegen soll. Zwar seien die Ausgaben bereits gestiegen, doch nach ihren Worten bestehen weiterhin große Fähigkeitslücken.
Lücken bei zentralen Fähigkeiten
Einzelheiten aus dem Bericht nannte Kallas zunächst nicht. Nach Informationen der dpa geht es aber um Schwächen in mehreren besonders sensiblen Bereichen. Demnach reichen die bisherigen Anstrengungen offenbar nicht aus, um Europas militärische Schlagkraft wie geplant bis 2030 entscheidend zu verbessern.
- Probleme bei der Luftverteidigung
- Defizite im Bereich Drohnen
- Zu geringe Munitionsbestände
Hintergrund ist das Ziel der EU, sich militärisch so aufzustellen, dass Russland von einem Angriff auf einen Mitgliedstaat abgeschreckt wird. Schon seit Monaten wird in Brüssel darüber diskutiert, wie eine gemeinsame Linie aussehen kann. Der neue Bericht dürfte diese Debatte nun weiter anheizen.
Warnung vor hybriden Attacken
Kallas schlug in Brüssel auch mit Blick auf Russland einen alarmierenden Ton an. Sie verwies auf Geheimdienstinformationen, nach denen weitere Sabotageakte und Angriffe auf demokratische Strukturen geplant sein könnten. Solche hybriden Bedrohungen können ganz unterschiedlich aussehen: von Spionage und Cyberangriffen bis hin zu Drohnenattacken oder Desinformation.
Zuletzt hatten auch andere europäische Stellen vor einer verschärften Lage gewarnt. So sah der dänische Auslands- und Militärnachrichtendienst FE die Möglichkeit weiterer hybrider Angriffe gegen Ziele im Westen in den kommenden Monaten. Auch aus Polen kamen ähnliche Warnungen. Parallel dazu geht der Krieg in der Ukraine weiter: Bei russischen Angriffen wurden dort erneut Menschen getötet und Dutzende verletzt.
Quelle: Tagesschau






