Politik

Drohne trifft SBU-Zentrale

04. September 2026
Drohne trifft SBU-Zentrale

In Kiew ist das Hauptquartier des ukrainischen Geheimdienstes SBU von einer russischen Drohne getroffen worden. Präsident Wolodymyr Selenskyj spricht von einem gezielten Angriff, mindestens fünf Menschen wurden laut Bürgermeister Klitschko verletzt.

Foto: Unknown author Unknown author / Wikimedia Commons, Public domain

Mitten im Zentrum von Kiew ist das Hauptquartier des ukrainischen Geheimdienstes SBU Ziel eines russischen Drohnenangriffs geworden. Nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj wurde dabei direkt der Bereich attackiert, in dem sich das Büro des SBU-Chefs befindet. Bilder, die von ukrainischen Medien verbreitet wurden, zeigen dunklen Rauch, der aus Fenstern des Gebäudes dringt.

Der Angriff trifft eine Institution, die im Krieg für die Ukraine eine besonders wichtige Rolle spielt. Selenskyj kündigte über Telegram eine Reaktion an. Er habe angeordnet, eine spürbare Antwort vorzubereiten, die dem Angriff möglichst entspreche. Wie schwer die Schäden am Gebäude sind, wurde zunächst nicht genauer beziffert.

Mindestens fünf Verletzte in Kiew

Nach Angaben von Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko wurden bei dem Angriff mindestens fünf Menschen verletzt. Auch an anderen Orten in der Ukraine meldeten Behörden neue russische Attacken. In der Region Odessa im Süden des Landes kam laut Gouverneur Oleh Kiper mindestens ein Mensch ums Leben, fünf weitere wurden demnach verletzt. Mehrere Wohnhäuser seien beschädigt worden.

Warum der SBU im Fokus steht

Der Geheimdienst gilt als einer der zentralen Akteure im ukrainischen Abwehrkampf gegen Russland. Ihm werden mehrere aufsehenerregende Operationen zugeschrieben, darunter die Sprengung der Brücke zur besetzten Halbinsel Krim im Jahr 2022 und der Drohnenangriff unter dem Codenamen „Spinnennetz“ auf strategische russische Bomber im Jahr 2025. Außerdem wird dem SBU eine wichtige Rolle bei Tötungen ranghoher russischer Militärs zugeschrieben, die Moskau als Terrorakte verurteilt.

Parallel dazu gibt es neue Spekulationen über diplomatische Kontakte. Die russische Staatsagentur Tass berichtete, die US-Unterhändler Steve Witkoff und Jared Kushner könnten zunächst nach Moskau und anschließend nach Kiew reisen. Eine offizielle Bestätigung aus Washington gab es dafür zunächst nicht. Selenskyj hatte zuletzt erklärt, dass vorläufige Termine für Gespräche in Moskau und Kiew vorbereitet würden.

Quelle: Tagesschau

Mehr aus Politik

Laborantin tot: Streit um Lungenpest in Sibirien
Politik07. Oktober 2026

Laborantin tot: Streit um Lungenpest in Sibirien

Eine 28-jährige Mitarbeiterin eines Pest-Instituts bei Irkutsk ist gestorben, ein Lungenpestfall ist aber nicht bestätigt; WHO und USA fordern Aufklärung.

Kabinett beschließt Gesetz gegen digitale Gewalt
Politik07. Oktober 2026

Kabinett beschließt Gesetz gegen digitale Gewalt

Das Bundeskabinett hat den Gesetzentwurf von Justizministerin Stefanie Hubig gegen digitale Gewalt beschlossen, nun berät der Bundestag darüber.

Koalitionsausschuss tagt nach drei Monaten Pause
Politik07. Oktober 2026

Koalitionsausschuss tagt nach drei Monaten Pause

Die Spitzen von Union und SPD beraten am Abend im Kanzleramt über den Reformkurs, die SPD verlangt Änderungen am Paket, Kanzler Friedrich Merz will die bisherige Linie halten.

Zwei Tote bei russischem Angriff auf Kiew
Politik07. Oktober 2026

Zwei Tote bei russischem Angriff auf Kiew

Bei einem nächtlichen russischen Luftangriff auf Kiew sind nach Behördenangaben mindestens zwei Menschen ums Leben gekommen.

Israel hält Schweigeminute zum 7. Oktober
Politik07. Oktober 2026

Israel hält Schweigeminute zum 7. Oktober

Drei Jahre nach dem Hamas-Überfall haben Menschen in Israel der Opfer gedacht, am Nova-Gedenkort bei Reim ab 6.29 Uhr Ortszeit mit einer Schweigeminute.

AfD-Mann Rausch wird Landtagspräsident in Magdeburg
Politik07. Oktober 2026

AfD-Mann Rausch wird Landtagspräsident in Magdeburg

In Sachsen-Anhalt steht erstmals in einem Bundesland ein AfD-Politiker an der Spitze des Landtags: Tobias Rausch wurde am 6. Oktober mit 48 Stimmen gewählt.