Blutbad auf Markt in Myanmar
Bei einem Luftangriff des Militärs auf einen Markt und eine Brücke in Kyauktaw im Westen Myanmars sind nach Angaben der Arakan Army mindestens 50 Menschen getötet worden. Fast 60 weitere wurden verletzt, darunter auch Schwerverletzte.
Foto: Wine Su11 / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0
Im Westen Myanmars ist ein Luftangriff auf zivile Ziele mit zahlreichen Opfern gemeldet worden. Nach Angaben der Rebellengruppe Arakan Army wurden in der Stadt Kyauktaw mindestens 50 Menschen getötet. Rettungskräfte berichten zudem von fast 60 Verletzten, viele davon in kritischem Zustand. Unter den Toten sollen sich auch Frauen und Kinder befinden.
Markt und Brücke getroffen
Demnach griff ein Kampfflugzeug am Montagmittag den Bereich rund um den sogenannten India Market sowie die nahe gelegene Kassapanadi-Brücke an. Augenzeugen sagten laut dpa, dass insgesamt drei Bomben abgeworfen worden seien. Über den Vorfall berichteten auch der Sender DVB TV und die Arakan Army. Kyauktaw liegt im Bundesstaat Rakhine nahe der Grenze zu Bangladesch und wird von der Rebellengruppe kontrolliert.
Der Markt ist für die Region von großer Bedeutung. Wegen des anhaltenden Bürgerkriegs und der Beschränkungen auf wichtigen Handelswegen ist Rakhine weitgehend vom Rest des Landes abgeschnitten. Viele Menschen sind dort nach eigenen Angaben auf Versorgungsrouten über Nachbarländer angewiesen.
Krieg gegen die eigene Bevölkerung
Menschenrechtsorganisationen werfen dem Militär schon seit Längerem vor, nicht nur militärische Ziele, sondern immer wieder auch zivile Orte anzugreifen. Dazu zählen laut den Berichten:
- Schulen
- Krankenhäuser
- Märkte
- Wohngebiete
Eine Reaktion der Militärregierung auf Anfragen gab es zunächst nicht. Zuvor hatte das Militär erklärt, man handle mit größtmöglicher Zurückhaltung, um Opfer unter Zivilisten zu vermeiden.
Myanmar steckt seit dem Putsch von 2021 in einer schweren Krise. Der Sturz der gewählten Regierung löste landesweite Proteste und einen lang anhaltenden bewaffneten Konflikt aus. Seither sind nach den Angaben im Bericht mehr als 100.000 Menschen getötet worden, mehr als 3,5 Millionen wurden innerhalb des Landes vertrieben.
Quelle: Tagesschau






