Blutiger Angriff auf Markt
Bei einem Luftangriff des Militärs in Myanmar sind in der Stadt Kyauktaw im Bundesstaat Rakhine mindestens 49 Menschen getötet worden. Augenzeugen und lokale Medien berichten zudem von fast 60 Verletzten, viele davon schwer.
Im Westen Myanmars ist es zu einem besonders schweren Angriff mit vielen Opfern gekommen: Bei einem Luftschlag auf einen Markt und eine Brücke in der Stadt Kyauktaw im Bundesstaat Rakhine sollen nach Berichten von Augenzeugen und lokalen Medien mindestens 49 Menschen getötet worden sein. Demnach wurden außerdem fast 60 weitere Menschen verletzt, viele von ihnen schwer.
Der Angriff ereignete sich gestern Mittag Ortszeit. Nach Angaben des Senders DVB TV und der Rebellengruppe Arakan Army soll ein Kampfflugzeug das Gebiet rund um den India Market sowie die nahe Kassapanadi-Brücke attackiert haben. Ein Augenzeuge berichtete laut dpa, dass insgesamt dreimal Bomben abgeworfen worden seien.
Wichtiger Markt in abgeschnittener Region
Der getroffene Markt gilt als zentrales Handelszentrum für die Region. Gerade das macht den Angriff besonders einschneidend: Rakhine ist wegen des Bürgerkriegs und wegen Einschränkungen auf den Handelswegen durch die Armee weitgehend vom übrigen Land abgeschnitten. Nach Angaben aus der Bevölkerung ist die Versorgung deshalb stark von Routen über Nachbarländer abhängig.
- Ort des Angriffs: Kyauktaw in Rakhine
- Ziele: Markt und Brücke
- Gemeldete Folgen: mindestens 49 Tote, fast 60 Verletzte
Militär äußert sich nicht
Kyauktaw wird von der Arakan Army kontrolliert, einer bewaffneten ethnischen Organisation, die mehr Autonomie für Rakhine fordert und seit Jahren gegen das Militär kämpft. Eine Stellungnahme der Armee lag zunächst nicht vor. Menschenrechtsorganisationen werfen den Streitkräften schon seit Langem vor, auch Orte ins Visier zu nehmen, die nicht unmittelbar mit militärischen Einsätzen verbunden sind – darunter Märkte, Schulen, Krankenhäuser und Wohngebiete.
Myanmar steckt seit dem Militärputsch von 2021 in einer tiefen Krise. Damals wurde die gewählte Regierung von Aung San Suu Kyi entmachtet. Seitdem wird das Land von Gewalt, wirtschaftlichem Absturz und anhaltendem Widerstand gegen die Junta geprägt.
Quelle: ORF






