Musik & Film

ZDF-Doku fragt nach dem Hass

29. September 2026
ZDF-Doku fragt nach dem Hass

ZDFinfo zeigt 2026 die 44-minütige Doku „Feindbild queer“. Darin geht es um die Ursachen von Queerfeindlichkeit und um Menschen, die trotz Bedrohungen für Sichtbarkeit und gleiche Rechte kämpfen.

Foto: Wikimedia Commons / Krd, CC BY-SA 3.0

Mit „Feindbild queer“ widmet sich ZDFinfo einer zentralen gesellschaftlichen Frage: Woher kommt die Feindseligkeit gegenüber queeren Menschen? Die 44 Minuten lange Dokumentation aus dem Jahr 2026 untersucht, warum besonders trans Menschen immer wieder zur Projektionsfläche für Debatten über Identität, Familie und Geschlechterrollen werden.

Im Mittelpunkt stehen Menschen, die die Folgen dieser Spannungen direkt erleben. Dazu gehört Paul Ninus Naujoks, der sich trotz Anfeindungen weiter öffentlich für queere Sichtbarkeit einsetzt. Die Doku zeigt, wie aus persönlicher Verletzlichkeit politischer Widerstand werden kann – und wie sehr der Alltag queerer Menschen noch immer von Konflikten geprägt ist.

Zwischen Glaube, Ablehnung und Schutzräumen

Ein Schwerpunkt liegt auf religiösen Milieus. Die Pastorinnen Steffi und Ellen Radtke haben innerhalb der Kirche einen geschützten Ort geschaffen, an dem queere Menschen willkommen sind. Auch die von Seyran Ateş mitbegründete Ibn-Rushd-Goethe-Moschee in Berlin steht für einen offenen Umgang mit sexueller und geschlechtlicher Vielfalt.

Gleichzeitig macht der Film deutlich, wie hart die Gegenrealität sein kann. Tugay Saraç berichtet, er habe sich lange im Umfeld von Islamisten bewegt und lebe heute offen als queerer Muslim – unter Morddrohungen. Carlos dos Reis, der aus Venezuela nach Deutschland geflohen ist, erzählt, dass seine Homosexualität in der Familie als Krankheit galt und seine Mutter ihn einer Konversionstherapie unterziehen wollte.

CSDs werden zum politischen Signal

Die Dokumentation begleitet auch queere Sichtbarkeit auf der Straße. In Dresden nimmt Carlos dos Reis mit anderen queeren Migrantinnen und Migranten am CSD teil, der erst nach einer erfolgreichen Klage stattfinden kann. Beim CSD in Berlin erleben mehrere Beteiligte einen Angriff unmittelbar mit, darunter auch die Dragqueen Barbie Breakout. Wenige Tage später geht Paul Ninus Naujoks in Hamburg erneut auf die Straße – mit dem klaren Signal: jetzt erst recht.

Die Doku-Reihe porträtiert Menschen, die sich ihre Freiheit nicht nehmen lassen wollen. Erzählt wird nicht nur von Ausgrenzung und Bedrohung, sondern auch von Entschlossenheit – und von der Frage, wie wehrhaft eine offene Gesellschaft wirklich ist.

Quelle: zdf

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