Xi wirbt vor heiklem USA-Trip
Chinas Staatschef Xi Jinping reist erstmals seit zehn Jahren zu einem Staatsbesuch in die USA. Vor dem Treffen mit Donald Trump sendet Peking versöhnliche Signale, doch bei Zöllen, KI, Iran und dem Indopazifik bleiben die Konflikte groß.
Xi Jinping reist zum ersten Mal seit mehr als zehn Jahren zu einem Staatsbesuch in die USA – und schon vor dem Treffen mit Donald Trump setzt Peking auf demonstrative Freundlichkeit. Mit einem aufwendig produzierten Video in sozialen Netzwerken wirbt Chinas Außenministerium für ein besseres Miteinander und betont, beide Länder könnten trotz ihrer Unterschiede gemeinsam viel erreichen.
Charmeoffensive vor schwierigem Gipfel
Die Botschaft aus Peking ist klar: China will den Besuch als Erfolg erscheinen lassen. Doch hinter den versöhnlichen Tönen stehen harte Interessengegensätze. Nach Einschätzung von Experten gehören dazu unter anderem der Streit über Exportbeschränkungen bei seltenen Erden, Klagen aus Washington über Handelshemmnisse und US-Auflagen bei der Ausfuhr von Chips und KI-Technologie.
Auf dem Tisch liegt beim Treffen der beiden Präsidenten eine ganze Reihe heikler Themen. Dazu zählen nicht nur Wirtschaft und Handel, sondern auch mehrere geopolitische Konfliktfelder. Besonders aufmerksam wird beobachtet, ob sich beide Seiten beim Zollstreit wenigstens auf mehr Zeit und Ruhe verständigen können.
- Krieg der USA gegen den Iran, einen strategischen Partner Chinas
- Spannungen im Indopazifik, etwa mit Blick auf Japan, die Philippinen und Taiwan
- Wettbewerb um die Vorherrschaft bei Künstlicher Intelligenz
- Der anhaltende Handelsstreit zwischen den beiden größten Volkswirtschaften
Hoffnung auf längeren Zollfrieden
Bis Anfang November haben beide Staaten einige ihrer hohen gegenseitigen Einfuhrzölle ausgesetzt. In China hoffen Beobachter nun, dass dieses Moratorium verlängert wird. Aus Peking kommt dabei vor allem ein Signal: Die Probleme seien nicht mit ein oder zwei Gipfeln gelöst, trotzdem sollten beide Seiten Zurückhaltung zeigen und in eine konstruktive Richtung arbeiten.
Zuletzt gab es immerhin Gespräche auf hoher Ebene: US-Finanzminister Scott Bessent und Chinas Vize-Premier He Lifeng berieten über Einfuhrregeln für nicht essenzielle Güter. Das zeigt, dass der Austausch nicht abgerissen ist. Der Besuch von Xi in Washington steht damit zwischen Annäherung und Machtkampf – freundlich inszeniert, aber mit reichlich Konfliktstoff im Gepäck.
Quelle: Tagesschau






