Xi bei Trump unter Druck
Chinas Staatschef Xi Jinping startet am Mittwoch einen dreitägigen Besuch in Washington. Trotz großem Empfang durch US-Präsident Donald Trump lasten Handelsstreit, KI-Fragen und mehrere internationale Konflikte auf dem Treffen.
Foto: Wikimedia Commons / Palácio do Planalto, CC BY-SA 4.0
Xi Jinping wird am Mittwoch zu einem dreitägigen Staatsbesuch in Washington erwartet – und US-Präsident Donald Trump plant dafür einen besonders demonstrativen Empfang. Auf dem Programm stehen bis Freitag unter anderem eine Militärschau, ein Staatsbankett mit Tech-Unternehmern und ein gemeinsamer Tee. Schon die Inszenierung zeigt, wie wichtig beide Seiten dieses Treffen nehmen.
Doch hinter den Bildern der Nähe steckt ein kompliziertes Verhältnis. Zwar kommt aus Peking das Signal, enger mit den USA zusammenarbeiten zu wollen, gleichzeitig sind die Konflikte zwischen den beiden größten Mächten unübersehbar. Beobachter gehen deshalb eher davon aus, dass es bei dem Gipfel vor allem darum geht, eine weitere Zuspitzung zu verhindern – nicht um den großen Durchbruch.
Handel bleibt der heikelste Punkt
Besonders brisant ist der Zoll- und Handelsstreit. Ein im Oktober vereinbartes Stillhalteabkommen läuft am 10. November in wichtigen Teilen aus. Die USA hatten vorerst auf neue Zollerhöhungen verzichtet, China wiederum einen Teil seiner verschärften Exportkontrollen für Seltenerdmetalle ausgesetzt. Laut Einschätzungen aus Washington könnte Peking auf eine längere Verlängerung drängen, während die US-Regierung sich offenbar nur für einige weitere Monate festlegen will.
- USA: vorerst keine weiteren Zollerhöhungen
- China: teilweise Lockerung bei Exportkontrollen für Seltenerdmetalle
- Strittig bleibt die Dauer einer möglichen Verlängerung
Neben dem Handel rückt auch die Sicherheit im Umgang mit künstlicher Intelligenz stärker in den Fokus. Gleichzeitig stehen internationale Krisen auf der Agenda, darunter der Iran-Krieg der USA und Israels sowie der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine. Kurz vor Xis Ankunft sorgte außerdem ein neues Abkommen der USA mit Dänemark und Grönland über Verteidigung und mehr militärische Präsenz auf der Arktisinsel für zusätzlichen Zündstoff. Washington will damit auch China und Russland in der Region bremsen.
Viel Symbolik, wenig Spielraum
Für Xi ist es die erste Reise in die USA seit 2023. Damals war er zum APEC-Gipfel nach Kalifornien gekommen. Dieses Mal ist die globale Tragweite noch größer: Beide Präsidenten setzen sichtbar auf den direkten Draht, doch der politische Spielraum bleibt eng. Genau deshalb dürfte der Besuch weniger von spektakulären Entscheidungen leben als von der Frage, ob Washington und Peking ihre Rivalität wenigstens vorerst unter Kontrolle halten können.
Quelle: ORF






