Politik

Weltordnung im Schleuderkurs

28. August 2026
Weltordnung im Schleuderkurs

Bei der UN-Generalversammlung 2025 wurde eine kaputte Rolltreppe zum Symbol: Experten streiten, ob Donald Trump nur Symptom oder Mitverursacher der Krise des Multilateralismus ist. Klar ist: Die bisherige Ordnung gerät ins Wanken.

Eine defekte Rolltreppe und ein streikender Teleprompter bei der UN-Generalversammlung 2025 in New York: Ausgerechnet bei der Rede von Donald Trump lieferte das UN-Hauptquartier Bilder, die für viele zum Sinnbild einer angeschlagenen Weltordnung wurden. Trump kommentierte die Pannen spöttisch vor den versammelten Staats- und Regierungschefs. Doch hinter der Szene steckt eine viel größere Frage: Wohin steuert die Welt nach der Ära des Multilateralismus?

Die Vereinten Nationen sind die wichtigste Institution der Nachkriegsordnung, die nach 1945 vor allem von den USA mitgeprägt wurde. Ihr Ziel war zunächst, neue Kriege zu verhindern. Später kamen globale Aufgaben wie Gesundheitsvorsorge, Entwicklung und Klimaschutz hinzu. Doch viele UN-Strukturen gelten als überholt, besonders der Sicherheitsrat. Die Diskussion dreht sich deshalb längst nicht mehr nur um Reformen, sondern um die Stabilität des gesamten Systems.

Zwischen Machtvakuum und Dauerkrise

Ob Trump vor allem ein Zeichen dieser Entwicklung ist oder selbst aktiv zur Erosion beiträgt, wird unterschiedlich bewertet. Der finnische Präsident Alexander Stubb sieht aktuell ein Machtvakuum und erwartet, dass sich innerhalb der nächsten fünf Jahre eine neue Weltordnung herausbilden könnte. Andere Beobachter rechnen dagegen mit einer längeren Phase der Unsicherheit.

So warnt Mark Leonard vom European Council on Foreign Relations vor der Vorstellung, die Welt werde einfach von einer US-geführten in eine chinesisch dominierte Ordnung übergehen. Aus seiner Sicht droht zunächst eher eine Zeit ohne klare Ordnung. Besonders gefährlich sei dabei, dass geografische, wirtschaftliche und technologische Abhängigkeiten immer stärker als Druckmittel eingesetzt werden könnten.

UN unter Druck

Auch die Globalisierungsexpertin Teresa Nogueira Pinto hält das klassische multilaterale Modell der Nachkriegszeit für überholt. Ihrer Einschätzung nach funktioniert dieses Rahmenwerk nicht mehr wie früher. Als zentrale Probleme nennt der Text:

Damit steht nicht nur die Zukunft der Vereinten Nationen zur Debatte. Im Kern geht es um die Frage, ob nach dem Ende der alten Ordnung bald etwas Neues entsteht - oder ob die Welt auf längere Sicht in einer Phase der Unordnung stecken bleibt.

Quelle: DW Deutsch

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