Politik

Weltmeere so warm wie nie

24. August 2026
Weltmeere so warm wie nie

Die Meeresoberflächen weltweit haben laut EU-Klimadienst Copernicus mit durchschnittlich 21,1 Grad einen neuen Rekord erreicht. Der Höchstwert kam ungewöhnlich spät im Jahr und erhöht Risiken für Küsten, Korallenriffe und Extremwetter.

Neuer Temperaturrekord auf den Ozeanen: Nach Daten des EU-Klimadienstes Copernicus lag die durchschnittliche Oberflächentemperatur der Weltmeere am vergangenen Samstag bei 21,1 Grad. So warm war das Wasser weltweit seit Beginn der Messungen im Jahr 1979 noch nie.

Bemerkenswert ist für Fachleute vor allem der Zeitpunkt. Normalerweise erreichen die globalen Meerestemperaturen ihren Höhepunkt eher im März oder April, also nach dem Sommer auf der Südhalbkugel. Der bisherige Rekord von 21,09 Grad stammte aus dem März 2024. Dass der neue Spitzenwert nun im August gemessen wurde, passt zu einer Entwicklung, bei der es in diesem Jahr bereits mehrere Monatsrekorde und Beinahe-Höchststände gab.

Warum die Ozeane immer heißer werden

Als wichtigste Ursache nennt der Klimaforscher Stefan Rahmstorf die fortschreitende Erderwärmung durch Treibhausgase aus der Verbrennung von Öl, Gas und Kohle. Zusätzlichen Schub gibt laut Copernicus das Klimaphänomen El Niño im tropischen Pazifik, das in regelmäßigen Abständen auftritt und dort besonders hohe Wassertemperaturen begünstigt.

Mehr Gefahr für Küsten und Korallen

Mit den steigenden Meerestemperaturen wachsen auch die Risiken. Copernicus warnt, dass wärmere Ozeane mehr Wärme und Feuchtigkeit an die Atmosphäre abgeben. Das kann kräftigere Niederschläge und heftigere Stürme begünstigen. Gleichzeitig nehmen die Belastungen für Ökosysteme zu. Rahmstorf verweist dabei auf das weltweite Korallensterben, vor dem die Forschung seit Jahren warnt.

Hinzu kommt ein weiterer kritischer Punkt: Wenn sich das Meer weiter erwärmt, kann es Kohlendioxid aus der Luft schlechter aufnehmen. Damit würde ein zentraler natürlicher Puffer im Klimasystem an Wirkung verlieren. Der neue Rekord ist damit nicht nur eine Zahl, sondern ein deutliches Signal dafür, wie stark die Ozeane inzwischen unter Druck stehen.

Quelle: Tagesschau

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