USA verlassen den Irak
Mehr als 20 Jahre nach dem Sturz von Saddam Hussein endet der US-Militäreinsatz im Irak nun auch formal. Zuletzt waren noch rund 2.500 US-Soldaten für Beratung und Ausbildung im Land.
Foto: Wikimedia Commons / المكتب الإعلامي لرئيس الوزراء, CC BY 4.0
Im Irak geht an diesem Mittwoch eine lange Ära zu Ende: Der Abzug der letzten US-Soldaten und -Soldatinnen wird formell abgeschlossen. Mehr als zwei Jahrzehnte nach dem Sturz von Saddam Hussein endet damit ein Einsatz, der das Land tief geprägt hat. Kriege, Vertreibung, Terror und politische Krisen haben im Irak schwere Spuren hinterlassen – und mit dem Ende der US-Präsenz beginnt nun eine neue Phase der Unsicherheit.
Der politische Beschluss für den Rückzug war bereits 2024 gefallen, der eigentliche Kampfeinsatz der USA war schon 2021 beendet worden. Zeitweise waren mehr als 160.000 US-Soldaten im Irak stationiert, zuletzt noch etwa 2.500 Kräfte. Ihre Aufgabe bestand nur noch darin, die irakischen Sicherheitskräfte zu beraten und auszubilden.
Rückzug mit Vorgeschichte
Ganz neu ist der Abschied der USA aus dem Irak nicht: Schon 2011 hatten die Amerikaner das Land komplett verlassen. Doch der schnelle Vormarsch der Terrormiliz IS im Jahr 2014 im Irak und in Syrien führte zu einer neuen Bedrohungslage und brachte die USA erneut ins Spiel. Der jetzige Abzug zählt zu den wichtigsten Forderungen des irakischen Ministerpräsidenten Ali al-Saidi sowie der einflussreichen, mit dem Iran verbundenen schiitischen Milizen.
- US-Invasion im Irak: 2003
- Kompletter US-Abzug: 2011
- Rückkehr wegen IS-Vormarsch: 2014
- Ende des Kampfeinsatzes: 2021
- Formeller Abschluss des Abzugs: 2026
Parallel zum US-Abzug sollten diese irannahen Milizen eigentlich entwaffnet werden. Dieser Schritt wurde jedoch auf Juni 2027 verschoben. Ob das dann tatsächlich passiert, erscheint laut Bericht fraglich. Damit bleibt ein zentrales Sicherheitsproblem im Land bestehen.
Lange Schatten des Krieges
Der Irakkrieg geht auf die Zeit nach den Anschlägen vom 11. September 2001 zurück. Die USA unter Präsident George W. Bush warfen Saddam Hussein Verbindungen zu al-Kaida und das Streben nach Massenvernichtungswaffen vor. Später stellte sich beides als falsch heraus. Dennoch marschierten die USA 2003 mit Verbündeten ein. Es folgten Jahre voller Gewalt, Aufstände und Anschläge. Rund 4.500 US-Soldaten sowie Zehntausende Iraker und Irakerinnen kamen ums Leben. Zusätzlich beschädigten die Folterbilder aus dem Gefängnis Abu Ghuraib den Ruf der USA weltweit massiv.
Quelle: ORF






