Politik

Ungarns TV sendet wieder

20. August 2026
Ungarns TV sendet wieder

In Ungarn sendet der öffentlich-rechtliche Kanal M1 nach einer Zwangspause wieder Nachrichten. Die neue Regierung unter Peter Magyar will den bisher regierungsnahen Sender unabhängiger machen, Kritik am Umbau bleibt aber bestehen.

Nach mehr als sechs Wochen Unterbrechung laufen beim ungarischen öffentlich-rechtlichen Sender M1 wieder Nachrichtensendungen. Am Morgen um 6 Uhr startete das Programm neu. Seit dem 7. Juli hatte der Kanal keine regulären Nachrichten mehr ausgestrahlt, stattdessen war nur eine Entschuldigung eingeblendet worden. Hintergrund ist der Umbau des Senders nach dem Regierungswechsel in Ungarn.

Neustart nach radikalem Schnitt

Die neue Regierung von Peter Magyar hatte die Reform der staatlichen Medien zu einem zentralen Vorhaben erklärt. Unter Viktor Orban galt M1 als besonders regierungsnah. Kritiker beschrieben den Kanal sogar als Propaganda-Instrument. Der Medienrechtler Gábor Polyák sieht die frühere redaktionelle Praxis klar im Widerspruch zum öffentlich-rechtlichen Auftrag. Nach seiner Einschätzung sei von oben festgelegt worden, über welche Themen berichtet werden durfte - und über welche nicht.

Nach Angaben der neuen Führung wurden in den vergangenen Wochen nicht nur leitende Posten neu besetzt, sondern auch ein neues Mediengesetz auf den Weg gebracht. Die Interimsleitung erklärte Mitte Juli, man arbeite an drei Punkten:

Mehr Parteien, mehr Perspektiven

Der Neustart zeigt sich auch im Inhalt. In einem Beitrag über den Amtsantritt von András Baka als neuem Präsidenten kamen nicht nur Vertreter der Regierungspartei Tisza zu Wort. Auch die Positionen von Fidesz und der rechtsextremen Partei Mi Hazank wurden erwähnt, beide äußerten Kritik an der Wahl. Dass im Beitrag alle drei im Parlament vertretenen Parteien vorkamen, wäre bei M1 zu Orban-Zeiten kaum vorstellbar gewesen.

Der Wiederbeginn der Nachrichten gilt als vorbereitet und politisch gewollt. Trotzdem bleibt der Umbau umstritten. Klar ist aber: Der Sender, der jahrelang als Sprachrohr der Macht wahrgenommen wurde, soll künftig unabhängiger und glaubwürdiger auftreten - im Fernsehen genauso wie im Radio.

Quelle: Tagesschau

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