Politik

UN sieht US-Kriegsverbrechen

17. September 2026
UN sieht US-Kriegsverbrechen

Ein UN-Bericht wirft den USA mögliche Kriegsverbrechen im Iran-Krieg vor. Im Fokus stehen zwei Angriffe im Februar, darunter eine Grundschule in Minab, bei der nach iranischen Angaben mehr als 150 Menschen starben.

Foto: Yann / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

Schwere Vorwürfe aus Genf: Eine unabhängige UN-Mission sieht hinreichende Gründe, dass die USA für zwei Angriffe im Iran verantwortlich sind, die als mögliche Kriegsverbrechen eingestuft werden könnten. Der Bericht wird dem UN-Menschenrechtsrat vorgelegt und befasst sich mit dem seit Februar andauernden Krieg ebenso wie mit dem Vorgehen der iranischen Führung gegen Proteste im eigenen Land.

Zwei Angriffe im Fokus

Besonders schwer wiegt der Angriff auf die Schajareh-Tayyebeh-Grundschule in Minab. Nach iranischen Angaben kamen dort mehr als 150 Menschen ums Leben, darunter etwa 120 Schulkinder. Laut UN-Bericht lag die Schule zwar neben einem Marinestützpunkt der Revolutionsgarde. Die Experten kommen aber zu dem Schluss, dass die US-Streitkräfte ihre Zielinformationen nicht ausreichend überprüft und veraltete Daten genutzt hätten. Aus Sicht der Mission geht das deutlich über einfache Nachlässigkeit hinaus.

Auch ein zweiter Schlag auf einen Sportkomplex in Lamerd in der Provinz Fars steht im Bericht. Dabei wurden nach offiziellen iranischen Angaben 22 Menschen getötet. Internationale Medien hatten damals über den Einsatz neuer US-Munition berichtet. Die UN bewertet auch diesen Angriff in einem bewohnten Gebiet als mögliches Kriegsverbrechen.

Auch Irans Regierung gerät unter Druck

Der Bericht spart allerdings auch die iranische Führung nicht aus. Die UN-Mission wirft den Behörden vor, bei den landesweiten Protesten ab Ende Dezember systematisch gegen Zivilisten vorgegangen zu sein. Genannt werden unter anderem rechtswidrige Tötungen, Folter, willkürliche Festnahmen und das Verschwindenlassen von Menschen. Damit geraten in dem Bericht beide Seiten massiv unter Druck: die USA wegen der Luftangriffe und Teheran wegen des brutalen Vorgehens gegen die eigene Bevölkerung.

Quelle: Tagesschau

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