Politik

Ukraine-Appell bleibt isoliert

24. September 2026
Ukraine-Appell bleibt isoliert

Bei einer UNO-Sondersitzung zum Krieg gegen die Ukraine haben sich 51 Staaten für mehr Unterstützung ausgesprochen. Doch fast drei Viertel der UNO-Mitglieder schlossen sich nicht an – ein Zeichen für den bröckelnden Rückhalt.

Foto: Juan Antonio Segal / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

Bei den Vereinten Nationen zeigt sich immer deutlicher, wie schwer es für Europa geworden ist, neue Unterstützung für die Ukraine zu mobilisieren. Vor einer vom derzeit vorsitzenden Frankreich einberufenen Sondersitzung des Sicherheitsrats bekannten sich 51 Länder zu mehr Hilfe für das angegriffene Land. Mit dabei ist auch die Schweiz. Auffällig ist aber vor allem, wer nicht unterschrieben hat: Der Appell wurde fast nur von westlichen Staaten getragen.

Wenig Rückhalt jenseits des Westens

Damit bleibt die Initiative international klar begrenzt. Denn fast drei Viertel der UNO-Mitglieder stellten sich nicht hinter den Vorstoss. Auch die USA gehörten nicht zu den Unterzeichnern. In New York schickten sie zur Sondersitzung nicht ihren Aussenminister, sondern lediglich UNO-Botschafter Mike Waltz. Er sprach zwar von einem Ende des Kriegs, vermied aber eine scharfe Verurteilung Russlands und ein klares Signal zugunsten der Ukraine.

Aus Moskau kam erwartungsgemäss Gegenwind: Russlands Aussenminister Sergej Lawrow machte stattdessen die Europäer verantwortlich. Gleichzeitig blieben viele Vertreter aus Schwellen- und Entwicklungsländern auffallend zurückhaltend. Aus ihren Reihen war vor allem zu hören, dass der Krieg beendet werden müsse und es keine militärische Lösung gebe.

Druck auf Russland nimmt ab

Für Kiew ist das eine unangenehme Entwicklung. Während die Ukraine an der Front zunehmend mit Munitionsmangel kämpft, lässt auf diplomatischer Ebene der Druck auf Russland nach. Dazu kommt der Eindruck, dass die US-Regierung derzeit stärker an neuen Geschäften mit Moskau interessiert ist als an zusätzlicher Hilfe für die Ukraine.

Der Schweizer Aussenminister Ignazio Cassis sieht die Gründe vor allem in den eigenen Krisen vieler Staaten. Länder des globalen Südens hätten heute andere, teils grössere Probleme zu bewältigen und richteten ihren Blick deshalb weniger auf den Krieg in Europa. Der Wunsch nach einem Ende des Konflikts sei zwar da, sagte Cassis. Für grosse Staaten wie China oder Indien stünden aber inzwischen andere Prioritäten im Vordergrund.

Quelle: SRF

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