Tusk warnt vor Russlands Plan
Polens Regierungschef Donald Tusk schlägt in Warschau Alarm: Nach Drohnenvorfällen nahe der ukrainischen Grenze warnt er vor einem russischen Plan für hybride Angriffe auf Unterstützer der Ukraine und vor Risiken für die NATO-Ostflanke.
Foto: 24april1975 / Wikimedia Commons, CC BY 4.0
Donald Tusk sieht an der NATO-Ostflanke eine neue Gefahr: Polens Regierungschef warnt vor einem mutmaßlichen russischen Plan, der auf hybride Angriffe gegen Staaten ziele, die die Ukraine unterstützen. Im Parlament in Warschau sagte Tusk, nach Geheimdienstinformationen gehöre dazu auch der Einsatz von Drohnen und Raketen gegen Verbündete Kiews.
Besonders brisant: Nach Tusks Einschätzung gibt es ein reales Risiko, dass Drohnen auf das Gebiet von Staaten an der Ostflanke der NATO stürzen und dort Schäden anrichten. Aus seiner Sicht könnte Moskau solche Vorfälle später als Versehen darstellen. Tusk vermutet dahinter das Ziel, den Zusammenhalt des Bündnisses zu schwächen.
Alarm nahe der Grenze
Hintergrund der Warnung sind neue Vorfälle im polnisch-ukrainischen Grenzraum. Laut der Regierung in Warschau wurde unweit des Grenzübergangs bei Dorohusk erneut ein Ziel auf ukrainischem Gebiet attackiert, offenbar eine Tankstelle. Tusk sprach von einer heftigen Explosion. Auch Verteidigungsminister Wladyslaw Kosiniak-Kamysz warf Russland vor, seine aggressiven Aktionen fortzusetzen.
Am Donnerstag gab es im Südosten Polens Luftalarm: In Rzeszow und Lublin heulten die Sirenen, das nationale Sicherheitszentrum rief die Menschen dazu auf, geschützte Räume aufzusuchen. Die polnische Luftwaffe ließ F-16-Kampfjets starten. Nach Angaben des Oberkommandos näherte sich ein unbemanntes Flugobjekt aus Richtung Ukraine der Grenze. Vermutlich handelte es sich um eine düsengetriebene Kampfdrohne. Später kam Entwarnung.
Vorfälle häufen sich
- Schon am Sonntag gab es nahe Dorohusk-Jahodyn mehrere russische Drohnenangriffe auf ukrainischem Gebiet.
- Dort wurde außerdem ein Passagierzug von Kiew nach Warschau angegriffen.
- Auch in anderen osteuropäischen NATO-Staaten wurden in den vergangenen Monaten wiederholt Drohnenvorfälle gemeldet.
Polen gehört wegen seiner Lage zwischen der Ukraine, Belarus und der russischen Exklave Kaliningrad zu den besonders sensiblen Staaten der Region. Auch aus dem Baltikum werden ähnliche Zwischenfälle regelmäßig bekannt. Die Sorgen vor einer weiteren Eskalation wachsen damit deutlich.
Quelle: Tagesschau






