Politik

Frankfurt streitet ums Theatergeld

17. September 2026
Frankfurt streitet ums Theatergeld

In Frankfurt startet die neue Mehrjahresförderung für freie Theatermacher und Spielorte. Bewerbungen für die Jahre 2028 bis 2030 sind bis 15. November möglich, doch die Szene kritisiert Geldmangel und unklare Kriterien.

Foto: faz

In Frankfurt beginnt eine wichtige neue Förderrunde für die freien darstellenden Künste: Bis zum 15. November können sich freie Theatermacherinnen und Theatermacher sowie Spielorte auf eine neue Dreijahresförderung bewerben. Das Kulturamt will in mehreren Beratungsterminen erklären, wie die neuen Richtlinien funktionieren und wie die Anträge gestellt werden. Beschlossen wurden die Regeln bereits am 27. August von der Stadtverordnetenversammlung.

Zwei Töpfe, viele offene Fragen

Erstmals teilt die Stadt die Förderung in zwei Bereiche auf:

Nicht erfasst sind die Städtischen Bühnen sowie privat getragene Häuser wie die Komödie oder das English Theatre, die weiter institutionell gefördert werden. Die aktuelle Ausschreibung bezieht sich auf die Jahre 2028 bis 2030; das Verfahren soll anschließend fortgesetzt werden.

Dass die Neuordnung heikel ist, hatte sich schon im Frühjahr gezeigt. Für das Übergangsjahr 2027 fielen zahlreiche zuvor mehrjährig unterstützte Künstlerinnen und Künstler sowie das Theater Alte Brücke aus der Förderung. Auch der Hinweis, man könne sich stattdessen um Projektmittel bewerben, beruhigte die Lage nicht. Seitdem gab es aus der freien Szene zahlreiche Stellungnahmen und Versammlungen. Im Produktionshaus Naxos diskutierten nun Vertreter der Szene mit Politikerinnen und Politikern über die Zukunft der Theaterförderung. Auch dort mussten für 2027 bereits Produktionen abgesagt werden.

Szene warnt vor weiterem Druck

Bei der Diskussion wurde deutlich: Die im Koalitionsvertrag genannten zwei Millionen Euro zusätzlich für die Theaterszene reichen aus Sicht vieler Beteiligter nicht aus. Kritisiert wurden die Kommunikation von Kulturamt und Dezernat, mangelnde Transparenz bei den Kriterien, fehlende Nachhaltigkeit und die ohnehin prekären Arbeitsbedingungen vieler professioneller freier Künstler. Nach Angaben von Kulturdezernentin Ina Hartwig stehen derzeit 4,36 Millionen Euro in sämtlichen Förderschienen für die freien darstellenden Künste im Haushalt.

Die neuen Richtlinien für Künstler und Ensembles sehen Bewerbungen auf feste Jahressummen zwischen 30.000 und 150.000 Euro vor, verbunden mit Vorgaben zu Premieren und Vorstellungen. Wie groß die beiden neuen Fördertöpfe am Ende tatsächlich ausfallen, hängt aber von künftigen Haushaltsbeschlüssen ab. Hartwig räumte ein, dass die neuen Instrumente womöglich noch nachgebessert werden müssen. Aus der Szene kam außerdem Kritik daran, dass einzelne Projektförderungen der Stadt häufig unter 10.000 Euro liegen und damit oft zu klein ausfallen, um weitere öffentliche Mittel einwerben zu können.

Quelle: faz

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