Politik

Trump droht mit Hormus-Zugriff

15. August 2026
Trump droht mit Hormus-Zugriff

US-Präsident Donald Trump hat bei einem Auftritt in New York angekündigt, die Straße von Hormus nach einem Sieg über den Iran zu US-Territorium machen zu wollen. Teheran wies den Vorstoß sofort scharf zurück.

Mitten in der festgefahrenen Lage im Iran-Krieg sorgt US-Präsident Donald Trump mit einer neuen Ansage für Aufsehen: Bei einem Wahlkampfauftritt im Bundesstaat New York kündigte er an, die Straße von Hormus zum Gebiet der Vereinigten Staaten erklären zu wollen. Nach seinen Worten solle das geschehen, sobald der Iran besiegt sei. Wie ein solcher Schritt konkret aussehen könnte, ließ Trump offen.

Heikler Vorstoß in angespannter Lage

Die Ankündigung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Bemühungen um ein Ende des Krieges nicht vorankommen. Eine 60-tägige Waffenruhe steht demnach vor dem Auslaufen, ohne dass eine Verlängerung in Sicht ist. Einer der zentralen Konfliktpunkte zwischen Washington und Teheran bleibt neben dem iranischen Atomprogramm die Kontrolle über die strategisch wichtige Meerenge.

Die Straße von Hormus zählt zu den bedeutendsten Routen für den weltweiten Transport von Öl, Gas und Düngemitteln. Entsprechend groß ist ihr politisches und wirtschaftliches Gewicht. Trumps öffentliche Überlegungen zur Eingliederung fremder Gebiete sind dabei nicht neu: Ähnliche Töne hatte er in der Vergangenheit bereits in Bezug auf Venezuela, Kuba und Grönland angeschlagen.

Iran weist Ansprüche scharf zurück

Aus Teheran kam umgehend Widerspruch. Irans Vizeaußenminister Kasem Gharibabadi erklärte auf X, die Meerenge lasse sich weder per Tweet noch mit einem Flugzeugträger oder durch eine Wahlkampfrede in Besitz nehmen. Der Iran, so seine Botschaft, lasse sich von Drohungen und militärischer Machtdemonstration nicht einschüchtern.

Ob Trump seinen Worten diesmal Taten folgen lässt, bleibt allerdings offen. Erst vor einem Monat hatte er schon einmal gedroht, in der Meerenge eine Maut einzuführen – und die Idee kurz darauf wieder zurückgezogen. Genau diese Widersprüchlichkeit prägt seit Monaten auch seinen Kurs in den Gesprächen rund um den Iran.

Foto: Wikimedia Commons / Ali Shaker/VOA, Public domain

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