Taylor Swift spürt Gegenwind
Taylor Swift hat bei den MTV Video Music Awards mit insgesamt 33 Trophäen einen neuen Rekord aufgestellt. Gleichzeitig wird lauter diskutiert, ob ihre Musik und ihr Dauererfolg inzwischen an Reiz verlieren.
Taylor Swift baut ihre Rekordserie weiter aus: Mit inzwischen 33 Auszeichnungen ist sie die erfolgreichste Künstlerin in der Geschichte der MTV Video Music Awards. Trotzdem bekommt der Popstar gerade ungewohnt viel Gegenwind. Rund um ihren jüngsten VMA-Auftritt und die Veröffentlichung von „The Life of a Showgirl: The Encore“ wird hörbar darüber gestritten, ob Swift künstlerisch noch überrascht – oder längst zur berechenbaren Größe geworden ist.
Kritik an Preis und Präsenz
Bei den VMAs erhielt Swift auch den neu geschaffenen „Artist Director Honors“-Award für ihre Arbeit hinter der Kamera. Genau das sorgte für Diskussionen: Kritiker warfen ein, die neue Kategorie könne vor allem dazu dienen, Swifts Auftritt bei der Show abzusichern und so die Aufmerksamkeit zu steigern. Belegt ist diese Vermutung allerdings nicht. Fest steht eher: Große Award-Shows und Superstars wie Swift profitieren gegenseitig voneinander.
SRF-Musikredaktor Schimun Krausz sieht vor allem die schiere Dimension des Phänomens. An Swift führe aktuell kaum ein Weg vorbei, so seine Einschätzung. Am Ende nahm sie drei Preise mit, und gerade die Auszeichnung für die beste Regie wurde laut mehreren Stimmen als verdient bewertet.
Musikalisch wächst die Skepsis
Spannender ist derzeit die Debatte um die Musik selbst. „Encore“, also die vier neuen Songs als Nachschlag zum Album vom Vorjahr, wurde eher verhalten aufgenommen. Ein Vorwurf: Es fehle an Tiefe. Themen wie Liebesleben und öffentliches Image habe Swift über Jahre so oft verarbeitet, dass sie für manche Hörer an Spannung verloren hätten. Auch ihr ironischer Humor zünde nicht immer.
- VMA-Rekord mit 33 Preisen
- drei neue Auszeichnungen bei der aktuellen Show
- kritische Reaktionen auf die neuen Songs von „Encore“
Ganz neu ist diese Skepsis allerdings nicht. Laut Krausz wurden Swifts Alben schon öfter zunächst kritisch beäugt – von Medien und Fans –, bevor sie doch noch ihren Platz fanden. Genau darin liegt womöglich ihre Stärke: Für viele ist Taylor Swift inzwischen eine Art musikalisches Comfort Food. Das mag weniger unberechenbar sein als früher, funktioniert für ihr Publikum aber offenbar weiterhin sehr gut.
Quelle: SRF






