Politik

Syrien setzt auf Neuanfang

26. August 2026
Syrien setzt auf Neuanfang

In Syrien löst sich das kurdisch geführte Militärbündnis SDF auf und geht in der Armee auf. Nach der Streichung Syriens von der US-Terrorliste wächst die Hoffnung auf Wiederaufbau und neue Minderheitenrechte für Kurden.

In Syrien kommt Bewegung in die politische Neuordnung: Das kurdisch geführte Militärbündnis SDF hat seine Auflösung bekanntgegeben. Der Schritt folgt auf eine Einigung mit Übergangspräsident Ahmed al-Scharaa und die geplante Eingliederung der bisherigen SDF-Kräfte in die syrische Armee. Für das Land ist das ein bedeutender Einschnitt nach Jahren des Kriegs und der Zersplitterung.

Vom Frontverlauf zur Neuordnung

Die SDF waren über Jahre ein zentraler Akteur im Kampf gegen die Terrormiliz IS und galten als enger Partner der USA. Zeitweise umfasste das Bündnis rund 100.000 Kämpfer, darunter Kurden und Araber. Im Nordosten Syriens kontrollierten die Kräfte lange ein großes Gebiet und bauten dort eine eigene Selbstverwaltung auf.

Doch nach dem Sturz von Assad verschärfte sich der Druck aus Damaskus. Al-Scharaa machte klar, dass er keine parallelen Streitkräfte und keine separatistischen Strukturen akzeptieren will. Anfang des Jahres kam es deshalb zu schweren Kämpfen zwischen Regierungstruppen und den SDF. Am Ende stand ein Abkommen, das die kurdische Verwaltung in staatliche Strukturen überführen soll.

Kurden fordern nun Rechte statt Waffen

Mit der Auflösung der SDF endet für die Kurden zwar ihre Rolle als eigenständige Militärmacht, politisch wollen sie aber weiter für ihre Interessen kämpfen. Im Mittelpunkt stehen zugesicherte Minderheitenrechte. Gefordert werden vor allem:

Auch international wird der Schritt aufmerksam verfolgt. Die USA begrüßten die Entscheidung ausdrücklich. Kurz zuvor hatte Washington Syrien zudem von der Liste der Terrorunterstützer gestrichen. Das könnte dem Land wirtschaftlich helfen, weil Geschäfte für internationale Banken und Firmen dadurch leichter werden. In Damaskus wächst damit die Hoffnung, dass nach dem Ende eines langen Konfliktkapitels nun Wiederaufbau und politische Erneuerung in den Vordergrund rücken.

Quelle: Tagesschau

Mehr aus Politik

Laborantin tot: Streit um Lungenpest in Sibirien
Politik07. Oktober 2026

Laborantin tot: Streit um Lungenpest in Sibirien

Eine 28-jährige Mitarbeiterin eines Pest-Instituts bei Irkutsk ist gestorben, ein Lungenpestfall ist aber nicht bestätigt; WHO und USA fordern Aufklärung.

Kabinett beschließt Gesetz gegen digitale Gewalt
Politik07. Oktober 2026

Kabinett beschließt Gesetz gegen digitale Gewalt

Das Bundeskabinett hat den Gesetzentwurf von Justizministerin Stefanie Hubig gegen digitale Gewalt beschlossen, nun berät der Bundestag darüber.

Koalitionsausschuss tagt nach drei Monaten Pause
Politik07. Oktober 2026

Koalitionsausschuss tagt nach drei Monaten Pause

Die Spitzen von Union und SPD beraten am Abend im Kanzleramt über den Reformkurs, die SPD verlangt Änderungen am Paket, Kanzler Friedrich Merz will die bisherige Linie halten.

Zwei Tote bei russischem Angriff auf Kiew
Politik07. Oktober 2026

Zwei Tote bei russischem Angriff auf Kiew

Bei einem nächtlichen russischen Luftangriff auf Kiew sind nach Behördenangaben mindestens zwei Menschen ums Leben gekommen.

Israel hält Schweigeminute zum 7. Oktober
Politik07. Oktober 2026

Israel hält Schweigeminute zum 7. Oktober

Drei Jahre nach dem Hamas-Überfall haben Menschen in Israel der Opfer gedacht, am Nova-Gedenkort bei Reim ab 6.29 Uhr Ortszeit mit einer Schweigeminute.

AfD-Mann Rausch wird Landtagspräsident in Magdeburg
Politik07. Oktober 2026

AfD-Mann Rausch wird Landtagspräsident in Magdeburg

In Sachsen-Anhalt steht erstmals in einem Bundesland ein AfD-Politiker an der Spitze des Landtags: Tobias Rausch wurde am 6. Oktober mit 48 Stimmen gewählt.