Politik

Spur führt zu Russland

02. September 2026
Spur führt zu Russland

Nach dem versuchten Drohnenanschlag auf den Flughafen Leipzig/Halle haben Ermittler mehrere Verdächtige identifiziert. Die Bundesregierung geht davon aus, dass die mutmaßlichen Täter im Auftrag russischer Stellen handelten.

Foto: Pavel Kazachkov / Wikimedia Commons, CC BY 2.0

Im Fall des vereitelten Drohnenangriffs auf den Flughafen Leipzig/Halle verdichten sich die Hinweise auf ein Netzwerk mit Verbindungen nach Russland. Die Bundesregierung macht nach eigenen Angaben russische staatliche Stellen für den Anschlagsversuch verantwortlich. Innenminister Alexander Dobrindt erklärte auf einer Pressekonferenz, die Erkenntnisse der Behörden deuteten auf Personen hin, die im Auftrag aus Moskau gehandelt hätten.

Ermittler haben mehrere Verdächtige im Blick

Nach Recherchen von NDR, WDR und Süddeutscher Zeitung konnten die Sicherheitsbehörden inzwischen konkrete Tatverdächtige ausmachen. Laut einem Bericht der „Zeit“ wird gegen zwei Beschuldigte ermittelt. Einer von ihnen soll ein Belaruse sein, bei dem DNA-Spuren gesichert wurden. Demnach besitzt der Mann auch einen russischen Pass und soll bereits im Baltikum strafrechtlich aufgefallen sein.

Die Ermittler konnten laut den Recherchen auch seine Reisebewegungen nachvollziehen. Demnach soll er mit einem italienischen Touristenvisum in den Schengenraum eingereist sein. Das Visum sei Ende April an einer italienischen Auslandsvertretung in Minsk ausgestellt worden.

Spuren, Pässe und offene Fragen

Ein zweiter Mann soll demnach vor allem für Logistik und Anleitung zuständig gewesen sein. Er sei Ende Juli über den Berliner Flughafen BER nach Deutschland gekommen, anschließend mit einem Mietwagen nach Sachsen gefahren und zwei Tage vor dem gescheiterten Angriff wieder per Flugzeug ausgereist. Auch bei ihm gehen die Recherchen davon aus, dass er neben einem lettischen einen russischen Pass besitzt.

Gerade das sorgt bei den Ermittlern für Skepsis. In früheren Fällen, etwa nach dem Bundestagshack 2015, konnten mutmaßliche Täter nicht festgenommen werden, weil sie nicht mehr nach Europa reisten. Auch diesmal spricht vieles dafür, dass mögliche Drahtzieher außerhalb des Zugriffs westlicher Behörden sitzen. Als politische Reaktion haben Dobrindt und Außenminister Wadephul bereits weitere Sanktionen gegen Russland angekündigt.

Quelle: Tagesschau

Mehr aus Politik

Laborantin tot: Streit um Lungenpest in Sibirien
Politik07. Oktober 2026

Laborantin tot: Streit um Lungenpest in Sibirien

Eine 28-jährige Mitarbeiterin eines Pest-Instituts bei Irkutsk ist gestorben, ein Lungenpestfall ist aber nicht bestätigt; WHO und USA fordern Aufklärung.

Kabinett beschließt Gesetz gegen digitale Gewalt
Politik07. Oktober 2026

Kabinett beschließt Gesetz gegen digitale Gewalt

Das Bundeskabinett hat den Gesetzentwurf von Justizministerin Stefanie Hubig gegen digitale Gewalt beschlossen, nun berät der Bundestag darüber.

Koalitionsausschuss tagt nach drei Monaten Pause
Politik07. Oktober 2026

Koalitionsausschuss tagt nach drei Monaten Pause

Die Spitzen von Union und SPD beraten am Abend im Kanzleramt über den Reformkurs, die SPD verlangt Änderungen am Paket, Kanzler Friedrich Merz will die bisherige Linie halten.

Zwei Tote bei russischem Angriff auf Kiew
Politik07. Oktober 2026

Zwei Tote bei russischem Angriff auf Kiew

Bei einem nächtlichen russischen Luftangriff auf Kiew sind nach Behördenangaben mindestens zwei Menschen ums Leben gekommen.

Israel hält Schweigeminute zum 7. Oktober
Politik07. Oktober 2026

Israel hält Schweigeminute zum 7. Oktober

Drei Jahre nach dem Hamas-Überfall haben Menschen in Israel der Opfer gedacht, am Nova-Gedenkort bei Reim ab 6.29 Uhr Ortszeit mit einer Schweigeminute.

AfD-Mann Rausch wird Landtagspräsident in Magdeburg
Politik07. Oktober 2026

AfD-Mann Rausch wird Landtagspräsident in Magdeburg

In Sachsen-Anhalt steht erstmals in einem Bundesland ein AfD-Politiker an der Spitze des Landtags: Tobias Rausch wurde am 6. Oktober mit 48 Stimmen gewählt.