Politik

Siedlungsstreit setzt Israel unter Druck

22. August 2026
Siedlungsstreit setzt Israel unter Druck

Israel treibt im Westjordanland das umstrittene Projekt E1 voran. Geplant sind dort insgesamt 3.400 Wohneinheiten, während europäische Staaten scharf protestieren und in der EU sogar Sanktionen diskutiert werden.

Der Ausbau israelischer Siedlungen im Westjordanland belastet das Verhältnis zu Europa zunehmend. Im Mittelpunkt steht das Projekt E1, das zwischen Ostjerusalem und der Siedlung Ma'ale Adomin entstehen soll. Dort sind 3.400 neue Wohneinheiten für jüdische Siedler vorgesehen. Seit Beginn der Woche wurde das Vorhaben weiter konkretisiert: Das Bauministerium schrieb den Bau der ersten mehr als 1.200 Einheiten öffentlich aus.

Wachsende Kritik aus Europa

Die Reaktionen aus westlichen Staaten fielen deutlich aus. Aus Berlin hieß es, Bundeskanzler Friedrich Merz verfolge die jüngsten Schritte Israels mit großer Sorge. Auch eine gemeinsame Erklärung von sieben westlichen Staaten, darunter Deutschland, Frankreich, das Vereinigte Königreich und Kanada, fordert einen Stopp des Projekts. Inzwischen haben sich weitere Länder angeschlossen.

Aus Israel kam dagegen scharfer Widerspruch. Vor allem Finanzminister Bezalel Smotrich reagierte empört auf Kritik aus dem Ausland und machte klar, dass sich seine Regierung nicht von Drohungen oder möglichen Sanktionen beeindrucken lassen wolle.

EU prüft offenbar weitere Schritte

Nach Medienberichten wird in der EU inzwischen über deutlich härtere Maßnahmen gesprochen. Im Raum stehen unter anderem:

Ob solche Schritte tatsächlich kommen, ist offen. Gerade Deutschland galt zuletzt eher als Bremser bei ähnlichen Vorstößen auf EU-Ebene. Dass die Debatte nun dennoch so weit geht, zeigt jedoch, wie angespannt die Lage rund um den Siedlungsbau inzwischen ist.

Quelle: Tagesschau

Mehr aus Politik

Laborantin tot: Streit um Lungenpest in Sibirien
Politik07. Oktober 2026

Laborantin tot: Streit um Lungenpest in Sibirien

Eine 28-jährige Mitarbeiterin eines Pest-Instituts bei Irkutsk ist gestorben, ein Lungenpestfall ist aber nicht bestätigt; WHO und USA fordern Aufklärung.

Kabinett beschließt Gesetz gegen digitale Gewalt
Politik07. Oktober 2026

Kabinett beschließt Gesetz gegen digitale Gewalt

Das Bundeskabinett hat den Gesetzentwurf von Justizministerin Stefanie Hubig gegen digitale Gewalt beschlossen, nun berät der Bundestag darüber.

Koalitionsausschuss tagt nach drei Monaten Pause
Politik07. Oktober 2026

Koalitionsausschuss tagt nach drei Monaten Pause

Die Spitzen von Union und SPD beraten am Abend im Kanzleramt über den Reformkurs, die SPD verlangt Änderungen am Paket, Kanzler Friedrich Merz will die bisherige Linie halten.

Zwei Tote bei russischem Angriff auf Kiew
Politik07. Oktober 2026

Zwei Tote bei russischem Angriff auf Kiew

Bei einem nächtlichen russischen Luftangriff auf Kiew sind nach Behördenangaben mindestens zwei Menschen ums Leben gekommen.

Israel hält Schweigeminute zum 7. Oktober
Politik07. Oktober 2026

Israel hält Schweigeminute zum 7. Oktober

Drei Jahre nach dem Hamas-Überfall haben Menschen in Israel der Opfer gedacht, am Nova-Gedenkort bei Reim ab 6.29 Uhr Ortszeit mit einer Schweigeminute.

AfD-Mann Rausch wird Landtagspräsident in Magdeburg
Politik07. Oktober 2026

AfD-Mann Rausch wird Landtagspräsident in Magdeburg

In Sachsen-Anhalt steht erstmals in einem Bundesland ein AfD-Politiker an der Spitze des Landtags: Tobias Rausch wurde am 6. Oktober mit 48 Stimmen gewählt.