Politik

Selenskyj lehnt Aufgeben ab

24. August 2026
Selenskyj lehnt Aufgeben ab

Am Unabhängigkeitstag hat die Ukraine in Kiew ein Signal des Durchhaltens gesendet. Präsident Wolodymyr Selenskyj schloss eine Kapitulation aus, während aus der EU und aus Großbritannien weitere Unterstützung zugesagt wurde.

Mitten im russischen Angriffskrieg hat die Ukraine ihren Unabhängigkeitstag begangen - mit klarer Botschaft aus Kiew: Präsident Wolodymyr Selenskyj denkt nicht an ein Nachgeben. Vor der Sophien-Kathedrale empfing er internationale Gäste und ehrte Soldaten sowie freiwillige Helfer der Armee, teils posthum. Selenskyj stellte die Eigenständigkeit seines Landes als Ergebnis von Freiheit und Widerstandskraft dar und machte deutlich, dass sich die Ukraine nicht unterwerfen werde.

Feiern im Krieg - ohne große Massen-Events

Wegen der Gefahr russischer Luftangriffe blieb der Feiertag bewusst zurückhaltend. Große Veranstaltungen waren nicht vorgesehen. Das wichtigste Ereignis in der Hauptstadt war ein Galakonzert in der Oper am frühen Abend. Im ganzen Land gab es dazu kleinere Aktionen - von Konzerten über Handwerkermärkte bis zu Marathonläufen. Für viele Menschen war der Tag trotzdem kein freier Feiertag, denn arbeitsfreie Feiertage sind in der Ukraine während des Kriegs ausgesetzt.

Neue Hilfe aus London und Brüssel

Zusätzlichen Rückhalt gab es von westlichen Partnern. Der britische Premierminister Andy Burnham absolvierte in Kiew seinen ersten Auslandsbesuch im Amt. Von dort leitete er gemeinsam mit Bundeskanzler Friedrich Merz und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron eine Sitzung der sogenannten "Koalition der Willigen". Thema war vor allem die Unterstützung der Ukraine, insbesondere bei der Luftverteidigung und beim Vorgehen gegen russische militärische Lieferketten.

Nach Angaben Selenskyjs stand bei dem Treffen vor allem die Flugabwehr im Mittelpunkt. Die Ukraine ist gegen russische ballistische Raketen bislang nur unzureichend geschützt. Als wirksam gilt vor allem das US-System Patriot, doch Abfangraketen sind knapp. Deshalb setzt Kiew auch auf weitere Entwicklungen beim französisch-italienischen System SAMP/T. Parallel versucht die Ukraine, russische Abschussvorrichtungen bereits vor dem Start mit Marschflugkörpern und Drohnen zu treffen. Zum Unabhängigkeitstag hatte zudem bereits die EU neue Finanzhilfen in Milliardenhöhe freigegeben.

Quelle: Tagesschau

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