Politik

Schweden vor Machtkrimi

14. September 2026
Schweden vor Machtkrimi

Bei der Parlamentswahl in Schweden liegen die Sozialdemokraten von Magdalena Andersson vorn. Nach Auszählung von 94 Prozent ist aber weiter offen, ob das Mitte-Links-Lager mit 176 von 349 Sitzen regieren kann.

Foto: Bene Riobó / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

Nach der Parlamentswahl in Schweden steuert das Land auf einen politischen Hängepartie zu. Zwar sind die Sozialdemokraten von Magdalena Andersson nach Auszählung von 94 Prozent der Stimmen stärkste Kraft, doch ob es für eine neue Regierung reicht, ist noch nicht entschieden. Das mögliche Mitte-Links-Bündnis liegt nach aktuellem Stand hauchdünn vorn.

176 zu 173 Sitze

Nach Angaben der Wahlbehörde kommt das Lager um Andersson derzeit auf 176 der 349 Mandate. Das konservative Bündnis von Regierungschef Ulf Kristersson, zu dem auch die Rechtspopulisten zählen, läge bei 173 Sitzen. Weil das Rennen so knapp ist, dürfte ein endgültig klarer Sieger erst am Mittwoch feststehen. Dann werden noch Stimmen aus dem Ausland sowie spät eingegangene Briefwahlunterlagen mitgezählt.

Für Andersson ist das Ergebnis widersprüchlich: Ihre Partei erreicht aktuell 28,1 Prozent und verliert damit im Vergleich zur Wahl 2022. Trotzdem lebt die Chance auf eine Rückkehr an die Regierungsspitze, weil andere Parteien im Mitte-Links-Lager zulegen konnten. Gleichzeitig gibt es dort Streitpunkte, die eine Regierungsbildung schwierig machen könnten.

Rechtspopulisten verlieren

Die Konservativen von Kristersson kommen derzeit auf 19,9 Prozent und würden damit die Schwedendemokraten wieder überholen. Für die Rechtspopulisten war der Wahlabend besonders bitter: Mit 17,6 Prozent müssen sie nach aktuellem Stand erstmals bei einer Parlamentswahl Stimmen abgeben.

Fest steht damit vorerst nur eines: Schweden hat gewählt, aber noch keine neue Regierung. Ob Andersson tatsächlich zurückkehrt oder Kristersson im Amt bleibt, entscheidet sich erst mit den letzten Stimmen.

Quelle: Tagesschau

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