Politik

Schweden vor harter Richtungswahl

13. September 2026
Schweden vor harter Richtungswahl

In Schweden wird heute ein neues Parlament gewählt. Während die Sozialdemokraten in Umfragen vorn liegen, könnten die rechtspopulistischen Schwedendemokraten mit 18 bis 19 Prozent so viel Einfluss erhalten wie noch nie.

Foto: Sverigedemokraterna / Wikimedia Commons, Public domain

Schweden wählt ein neues Parlament – und die Abstimmung gilt als echte Richtungsentscheidung. In den Umfragen liegen zwar die Sozialdemokraten vorne, doch offen ist, ob am Ende ein Regierungswechsel kommt oder das rechte Lager seine Macht ausbaut. Besonders im Fokus stehen dabei die Schwedendemokraten, die so einflussreich werden könnten wie nie zuvor.

Parteichef Jimmie Akesson reist wie die Spitzen der anderen sieben Parlamentsparteien derzeit durchs Land, um mobilisieren. Bei einem Auftritt in Falun zeigte er sich demonstrativ kämpferisch und suchte die Nähe zum Publikum. Seine Partei stützt seit vier Jahren die Minderheitsregierung aus Moderaten, Christdemokraten und Liberalen im Parlament.

Mehr Einfluss für die Rechtspopulisten?

Kommt das bürgerliche Lager erneut auf eine Mehrheit, könnten die Schwedendemokraten diesmal direkt Teil der Regierung werden. Ministerpräsident Ulf Kristersson hatte diesen Schritt bereits im Frühjahr in Aussicht gestellt. Das wäre ein bemerkenswerter Wandel: Noch vor wenigen Jahren galt eine Zusammenarbeit mit der Partei als ausgeschlossen. Die Schwedendemokraten entstanden Ende der 1980er-Jahre im rechtsextremen Milieu, haben sich aber unter Akessons Führung fest im politischen System verankert.

Nach Einschätzung des Meinungsforschers Torbjörn Sjöström unterscheidet sich die Partei im Stil von anderen populistischen Kräften in Europa. Sie trete weniger laut auf, wirke moderater, bleibe aber provokant. In aktuellen Umfragen kommen die Schwedendemokraten auf 18 bis 19 Prozent. Damit liegen sie knapp vor den Moderaten und nur leicht unter ihrem Ergebnis von 2022.

Kristersson soll Regierungschef bleiben

Akesson beansprucht das Amt des Ministerpräsidenten nicht für sich. Für ihn ist klar, dass Kristersson Kandidat des bürgerlichen Lagers bleiben soll. Zugleich macht er deutlich, dass seine Partei in einer gemeinsamen Regierung vor allem bei Migration und Integration Verantwortung übernehmen will.

Quelle: Tagesschau

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