Politik

Sabotage-Spur nach Zugunglück

12. September 2026
Sabotage-Spur nach Zugunglück

Nach der Entgleisung eines Regionalzugs in Nordfrankreich mit 186 Passagieren prüfen Ermittler einen Sabotage-Verdacht. 44 Menschen wurden verletzt, nachdem auf der Strecke ein Schienenteil gefunden wurde.

Foto: European Union, Copernicus Sentinel-2 imagery / Wikimedia Commons, Attribution

Nach dem schweren Zugunglück in Nordfrankreich prüfen die Behörden inzwischen auch einen möglichen Sabotage-Verdacht. Auslöser ist ein Schienenteil, das Ermittler auf der Strecke entdeckt haben. Wie der Staatsanwalt von Rouen, Sébastien Gallois, erklärte, soll nun untersucht werden, warum sich dieses Teil dort befand.

Der Regionalzug war am Freitagabend mit 186 Passagieren in der Normandie zwischen Rouen und Caen unterwegs, als er nahe Cléon entgleiste. Insgesamt wurden 44 Menschen verletzt. Unter den Betroffenen war auch eine 18-Jährige, deren Zustand zunächst als kritisch eingestuft wurde. Laut Staatsanwaltschaft schwebt sie inzwischen aber nicht mehr in Lebensgefahr.

Fünf Waggons sprangen aus den Schienen

Nach bisherigen Erkenntnissen könnte der Zug gegen 19.30 Uhr mit einem Gegenstand kollidiert sein. Nach Angaben von BFMTV sprangen daraufhin fünf Waggons aus den Schienen, einer davon kippte um. Ein Fahrgast schilderte, es habe sich zuerst wie eine Notbremsung angefühlt, bevor der Zug heftig über den Schotter gerumpelt sei. Fenster seien geborsten, Rauch sei aufgestiegen und Gepäckstücke durch den Waggon geflogen.

Verkehr in der Region wieder gestartet

Nach dem Unfall lief ein Großeinsatz der Rettungskräfte an. Die Feuerwehr war mit 130 Kräften vor Ort. Nicht verletzte Reisende wurden zunächst in Räumen der Stadtverwaltung von Cléon untergebracht. Bürgermeisterin Mélanie Delacour sagte, viele Betroffene hätten unter Schock gestanden.

Der Lokführer wurde laut Staatsanwaltschaft bereits auf Alkohol- und Drogenkonsum getestet; beide Tests blieben ohne Befund. Der Zugverkehr in der Region wurde am Samstag schrittweise wieder aufgenommen. Auf der Strecke zwischen Rouen und Caen gibt es in beiden Richtungen jedoch zunächst einen Busersatzverkehr.

Quelle: Tagesschau

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