Politik

Russland macht Goethe dicht

13. September 2026
Russland macht Goethe dicht

Nach mehr als 30 Jahren sind die drei verbliebenen Goethe-Institute in Russland geschlossen. Moskau bezeichnet den Schritt als Reaktion auf deutsche Strafmaßnahmen im Streit um den Vorfall am Flughafen Leipzig/Halle.

Foto: Henning Schlottmann (User:H-stt) / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

Nach über 30 Jahren ist Schluss: Die letzten drei Goethe-Institute in Moskau, St. Petersburg und Nowosibirsk haben ihren Betrieb eingestellt. Nach Angaben aus dem Bericht mussten alle Beschäftigten ihre Arbeit auf Anweisung des russischen Außenministeriums niederlegen. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit deutscher Staatsangehörigkeit sollten das Land demnach bis heute verlassen haben.

Reaktion auf deutschen Sanktionskurs

Die Schließung geht auf eine Anordnung von Sergej Lawrow zurück. Moskau stellt den Schritt als direkte Antwort auf deutsche Strafmaßnahmen gegen Russland dar. Hintergrund ist der versuchte Sprengstoffanschlag auf den Flughafen Leipzig/Halle, für den Berlin Russland verantwortlich macht. In diesem Zusammenhang muss unter anderem auch das Russische Haus in Berlin seinen Betrieb einstellen.

Lawrow weist eine russische Beteiligung an dem Vorfall in Leipzig zurück. Aus seiner Sicht sei die Schließung der Goethe-Institute deshalb folgerichtig, nachdem das russische Kulturzentrum in Deutschland geschlossen werden muss.

Kulturaustausch über Jahrzehnte

Die Goethe-Institute standen in Russland jahrzehntelang nicht nur für Deutschkurse, sondern auch für kulturelle Begegnung und ein aktuelles Bild von Deutschland. Gerade bei vielen Russinnen und Russen waren die Häuser beliebt. In einer im Bericht erwähnten Umfrage aus dem Jahr 2011 lobten Besucherinnen und Besucher vor allem Unterricht, Lehrmethoden und Lehrkräfte.

Ganz überraschend kommt das Ende allerdings nicht. Schon seit Jahren war die Arbeit der Institute massiv erschwert. Bereits 2023 waren im Zuge der wachsenden Spannungen zwischen Deutschland und Russland viele Mitarbeitende ausgewiesen worden. Zudem verloren zahlreiche Ortskräfte ihre Stellen. Die jetzige Entscheidung beendet damit eine Präsenz, die längst nur noch eingeschränkt möglich war.

Quelle: Tagesschau

Mehr aus Politik

Laborantin tot: Streit um Lungenpest in Sibirien
Politik07. Oktober 2026

Laborantin tot: Streit um Lungenpest in Sibirien

Eine 28-jährige Mitarbeiterin eines Pest-Instituts bei Irkutsk ist gestorben, ein Lungenpestfall ist aber nicht bestätigt; WHO und USA fordern Aufklärung.

Kabinett beschließt Gesetz gegen digitale Gewalt
Politik07. Oktober 2026

Kabinett beschließt Gesetz gegen digitale Gewalt

Das Bundeskabinett hat den Gesetzentwurf von Justizministerin Stefanie Hubig gegen digitale Gewalt beschlossen, nun berät der Bundestag darüber.

Koalitionsausschuss tagt nach drei Monaten Pause
Politik07. Oktober 2026

Koalitionsausschuss tagt nach drei Monaten Pause

Die Spitzen von Union und SPD beraten am Abend im Kanzleramt über den Reformkurs, die SPD verlangt Änderungen am Paket, Kanzler Friedrich Merz will die bisherige Linie halten.

Zwei Tote bei russischem Angriff auf Kiew
Politik07. Oktober 2026

Zwei Tote bei russischem Angriff auf Kiew

Bei einem nächtlichen russischen Luftangriff auf Kiew sind nach Behördenangaben mindestens zwei Menschen ums Leben gekommen.

Israel hält Schweigeminute zum 7. Oktober
Politik07. Oktober 2026

Israel hält Schweigeminute zum 7. Oktober

Drei Jahre nach dem Hamas-Überfall haben Menschen in Israel der Opfer gedacht, am Nova-Gedenkort bei Reim ab 6.29 Uhr Ortszeit mit einer Schweigeminute.

AfD-Mann Rausch wird Landtagspräsident in Magdeburg
Politik07. Oktober 2026

AfD-Mann Rausch wird Landtagspräsident in Magdeburg

In Sachsen-Anhalt steht erstmals in einem Bundesland ein AfD-Politiker an der Spitze des Landtags: Tobias Rausch wurde am 6. Oktober mit 48 Stimmen gewählt.