Politik

Razzien gegen LGBTQ-Gruppen

13. September 2026
Razzien gegen LGBTQ-Gruppen

In der Türkei hat es am Wochenende Razzien gegen LGBTQ-Organisationen gegeben. Laut Staatsanwaltschaft wurden in Istanbul 26 Menschen festgenommen, Aktivisten sprechen von mindestens 50 Betroffenen und gesperrten Online-Kanälen.

Foto: Wikimedia Commons / Russian Presidential Executive Office, CC BY 4.0

In der Türkei sind am Wochenende mehrere LGBTQ-Organisationen ins Visier der Behörden geraten. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft in Istanbul wurden 26 Personen in Gewahrsam genommen. Außerdem seien die Büros von sechs Vereinigungen durchsucht worden.

Den Festgenommenen werfen die Ermittler Prostitution und Obszönität vor. Deutlich höhere Zahlen nennt allerdings die in Ankara ansässige LGBTQ-Gruppe Kaos GL: Dort ist von mindestens 50 festgenommenen Aktivistinnen und Aktivisten die Rede. Nach Darstellung der Gruppe wurden zudem Internetseiten und Social-Media-Konten von Dutzenden Organisationen und Einzelpersonen blockiert.

Behörden nennen Schutz von Kindern

Die türkischen Behörden rechtfertigen das Vorgehen unter anderem damit, Kinder und Jugendliche würden bei Fragen zu sexueller Orientierung und Geschlechtsidentität unangemessen beeinflusst. Damit knüpft der Einsatz an eine breiter angelegte politische Linie der Regierung an.

Teil einer Regierungsinitiative

Die Razzien stehen laut Bericht im Zusammenhang mit der Regierungsinitiative „Meine Familie ist sicher“. Präsident Recep Tayyip Erdogan wirbt derzeit für ein „Jahrzehnt der Familie und der Bevölkerung“. Menschenrechtsgruppen werfen der Regierung in Ankara seit Längerem vor, die LGBTQ-Community zunehmend stärker unter Druck zu setzen.

Quelle: ORF

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