Politik

Ostsee-Eklat mit Signalmunition

16. September 2026
Ostsee-Eklat mit Signalmunition

Nach einem Zwischenfall auf der Ostsee verschärft sich der Streit zwischen Dänemark und Russland. Eine russische Fregatte feuerte Leuchtmunition auf einen dänischen Helikopter, beide Seiten werfen sich nun Provokation vor.

Foto: Wikimedia Commons / ursilva, CC BY-SA 4.0

Auf der Ostsee sorgt ein militärischer Zwischenfall für politischen Ärger: Eine russische Fregatte hat nach dänischen Angaben am Montag einen dänischen Helikopter mit Leuchtmunition beschossen. Bilder von genau diesem Vorfall gibt es bislang nicht, doch die Reaktionen fallen bereits deutlich aus. Dänemark bestellte den russischen Botschafter ein, auch aus Brüssel kam scharfe Kritik.

Russland und Dänemark widersprechen sich

Russlands Botschafter in Kopenhagen, Wladimir Barbin, erklärte laut dänischem Rundfunk schriftlich, die Hubschrauberbesatzung habe das Kriegsschiff in internationalen Gewässern gezielt provoziert. Aus dänischer Sicht ist das nicht haltbar. Außenminister Lars Lökke Rasmussen wies den Vorwurf zurück und betonte, die Überwachung des eigenen Nahbereichs sei legal. Dass Russland darauf mit Schüssen reagiere, sei nicht zu rechtfertigen — auch dann nicht, wenn es sich „nur“ um Leuchtkugeln handle.

Auch die EU reagierte. Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen bezeichnete den Beschuss als gezielte Aggression und Provokation. Der Vorfall werde aus ihrer Sicht die Entschlossenheit der NATO bei Abschreckung und Verteidigung eher noch verstärken.

Spannungen auf See nehmen zu

Der dänische Rundfunk veröffentlichte außerdem ein Video von Anfang September, das einen ähnlichen Vorfall mit einem russischen Forschungsschiff zeigen soll. Darauf ist laut Bericht ein Helikopter desselben Typs zu sehen, der sich dem Schiff auf wenige Meter nähert und direkt darüber kreist. Das dänische Verteidigungsministerium wollte sich dazu demnach nicht äußern.

Der Zwischenfall kommt nicht aus dem Nichts. Zuletzt hatten sich die Beziehungen zwischen beiden Ländern verschlechtert, nachdem Dänemark mehrfach Tanker der russischen Schattenflotte festgesetzt hatte. Diese Schiffe transportieren russisches Öl. Nach Recherchen des dänischen Rundfunks hat Russland darauf mit einer verstärkten Marinepräsenz reagiert und weite Seegebiete von der Ostsee bis zum Ärmelkanal in Patrouillenzonen aufgeteilt.

Quelle: Tagesschau

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