Politik

Öl-Routen dicht, Saudi unter Druck

14. September 2026
Öl-Routen dicht, Saudi unter Druck

Nach dem Vormarsch der Huthi im Jemen und einem Angriff auf eine saudische Pipeline gerät Saudi-Arabien massiv unter Druck. Mit Bab al-Mandab und der Route zum Roten Meer sind gleich zwei wichtige Wege für Ölexporte betroffen.

Foto: The Shura Council / Wikimedia Commons, Public domain

Saudi-Arabien steckt nach den jüngsten Entwicklungen in der Region in einer heiklen Lage. Innerhalb weniger Tage haben die Huthi nach Angaben der Tagesschau die Westküste des Jemen eingenommen und damit die Kontrolle über Bab al-Mandab gewonnen. Für Riad ist das besonders brisant, weil diese Meerenge als zentraler Engpass für den Öltransport gilt.

Zweite wichtige Route fällt aus

Schon die Straße von Hormus gilt als unsicher. Nun ist auch die Ausweichroute über das Rote Meer vorerst angeschlagen. Saudi-Arabien hatte sein Öl zuletzt per Pipeline zum Hafen Yanbu pumpen lassen, um es von dort weiter Richtung Asien zu verschiffen. Doch genau diese Verbindung wurde nun ebenfalls getroffen: Aus dem Irak heraus sollen mutmaßlich pro-iranische Milizen die Pipeline angegriffen haben. Riad stoppte den Transport daraufhin aus Sicherheitsgründen.

Iran gewinnt Einfluss in der Region

Beobachter sehen darin einen klaren strategischen Vorteil für Teheran und seine Verbündeten. Die Huthi gelten als eng mit Iran verbunden. Experten verweisen darauf, dass die Kombination aus Huthi-Vormarsch und Pipeline-Beschuss kaum zufällig wirke. Demnach könnte Iran versuchen, verlorenen Einfluss an anderer Stelle durch mehr Druck auf die gesamte Region auszugleichen.

Besonders auffällig ist dabei auch die Rolle der USA. Von Präsident Donald Trump kam am Wochenende keine direkte Hilfe für den engen Golf-Verbündeten. Während Trump erklärte, die Lage werde sich beruhigen, wächst in Saudi-Arabien die Sorge vor den wirtschaftlichen Folgen. Denn wenn wichtige Exportwege gleichzeitig blockiert oder beschädigt sind, trifft das nicht nur den größten Ölexporteur der Welt, sondern kann auch die Ölpreise weiter nach oben treiben.

Damit steht nicht nur Saudi-Arabien unter Druck. Auch für die Weltwirtschaft ist die Entwicklung heikel, weil Störungen an zwei zentralen Routen den globalen Energiemarkt empfindlich treffen können.

Quelle: Tagesschau

Mehr aus Politik

EU plant Social-Media-Bremse
Politik17. September 2026

EU plant Social-Media-Bremse

In Straßburg hat EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen neue Regeln zum Schutz Minderjähriger im Netz vorgestellt. Soziale Medien könnten für Unter-18-Jährige gesperrt werden, wenn Plattformen ihre Sicherheit nicht belegen.

Frankfurt streitet ums Theatergeld
Politik17. September 2026

Frankfurt streitet ums Theatergeld

In Frankfurt startet die neue Mehrjahresförderung für freie Theatermacher und Spielorte. Bewerbungen für die Jahre 2028 bis 2030 sind bis 15. November möglich, doch die Szene kritisiert Geldmangel und unklare Kriterien.

EU plant harte Social-Media-Regeln
Politik17. September 2026

EU plant harte Social-Media-Regeln

Die EU-Kommission will soziale Medien für Minderjährige in drei Altersstufen regeln. Vorgesehen sind ein Verbot für Unter-13-Jährige, Mini-Konten bis 15 und eigene Accounts erst ab 15 – aber nur auf nachweislich sicheren Plattformen.

Urteil schockt den Kosovo
Politik17. September 2026

Urteil schockt den Kosovo

Das Sondertribunal in Den Haag hat Ex-Präsident Hashim Thaci wegen Kriegsverbrechen zu 25 Jahren Haft verurteilt. In Pristina reagierten viele Menschen geschockt und wütend, in Serbien löste das Urteil ebenfalls Unmut aus.

Kristersson räumt in Schweden
Politik17. September 2026

Kristersson räumt in Schweden

Nach der Parlamentswahl in Schweden tritt Regierungschef Ulf Kristersson zurück. Die von den Sozialdemokraten geführte Opposition kommt laut vorläufigem Ergebnis auf 176 von 349 Sitzen.

UN sieht US-Kriegsverbrechen
Politik17. September 2026

UN sieht US-Kriegsverbrechen

Ein UN-Bericht wirft den USA mögliche Kriegsverbrechen im Iran-Krieg vor. Im Fokus stehen zwei Angriffe im Februar, darunter eine Grundschule in Minab, bei der nach iranischen Angaben mehr als 150 Menschen starben.