Politik

Neue Spur nach Drohnen-Alarm

25. August 2026
Neue Spur nach Drohnen-Alarm

Nach dem Drohnenvorfall am Flughafen Leipzig Anfang August gehen Ermittler Medienberichten zufolge inzwischen von mehreren eingesetzten Sprengstoffdrohnen aus. Kanzler Friedrich Merz spricht von einer handfesten Bedrohung für Deutschland.

Der Drohnenvorfall am Flughafen Leipzig Anfang August war offenbar deutlich größer als zunächst bekannt. Nach Medienberichten prüfen Ermittler inzwischen, ob mehrere Drohnen im Einsatz waren. Bundeskanzler Friedrich Merz sprach am Dienstag zum Auftakt einer Kabinettsklausur in Brandenburg von einer konkreten Bedrohungslage für Deutschland und kündigte an, die Bundesregierung arbeite gemeinsam mit den Sicherheitsbehörden intensiv an der Aufklärung.

Mehr als nur ein einzelner Angriff?

Bekannt war bislang, dass am Abend des 4. August auf dem Flughafengelände eine mit Sprengstoff bestückte Drohne entdeckt und später entschärft wurde. In unmittelbarer Nähe standen mehrere ukrainische Frachtflugzeuge. Der Airport gilt als wichtiger Umschlagplatz für militärische Hilfslieferungen an die Ukraine. Bereits zwei Tage nach dem Vorfall hatte die Bundesanwaltschaft erklärt, es habe konkrete Hinweise auf einen geplanten Anschlag per Drohne gegeben. Demnach waren an dem Fluggerät professioneller Sprengstoff und ein Zünder angebracht.

Besonders brisant: Laut Berichten von „Süddeutscher Zeitung“, NDR und WDR könnte eine zweite Drohne mit einem DHL-Flugzeug zusammengestoßen sein. Die Piloten sollen kurz zuvor ein etwa 30 Zentimeter großes Objekt gesehen haben. Später wurde am Leitwerk der Maschine eine Beschädigung festgestellt, die auf eine Kollision mit einem Gegenstand hindeutet. Das Fluggerät selbst oder Trümmerteile davon wurden bislang allerdings nicht gefunden. Ermittler halten es für möglich, dass die Drohne beim Zusammenstoß in die Triebwerke geraten und dort zerkleinert worden sein könnte.

Merz kündigt Konsequenzen an

Zusätzliche Fragen wirft ein weiterer Fund auf: Zehn Tage nach dem Vorfall wurde auf einem Feld im Kabelsketal westlich des Flughafens eine dritte Drohne entdeckt. Dort fanden Ermittler außerdem eine Substanz, die ersten Einschätzungen zufolge rund 50 Gramm eines hochexplosiven militärischen Sprengstoffs sein könnte. Merz sagte, Urheber hybrider Angriffe müssten mit einem Preis rechnen und würden dafür bezahlen. Eine genauere Zuordnung des Leipziger Vorfalls stellte die Bundesregierung für die nähere Zukunft in Aussicht.

Quelle: ORF

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