Politik

Neue Hoffnung auf Friedensrunde

14. September 2026
Neue Hoffnung auf Friedensrunde

Russland und die Ukraine halten neue Gespräche über ein Kriegsende schon im Oktober für möglich. Vermitteln sollen erneut die USA, während an der Front weiter Drohnen und Raketen einschlagen.

Im Krieg zwischen Russland und der Ukraine zeichnet sich womöglich ein neuer diplomatischer Anlauf ab. Sowohl Kyjiw als auch Moskau signalisierten, dass bereits im Oktober neue Verhandlungen möglich sein könnten. Laut dem ukrainischen Präsidentenberater Kyrylo Budanow laufen Vorbereitungen für Gespräche im Dreierformat mit den USA als Vermittler.

Auch aus dem Kreml kamen vorsichtig positive Töne. Präsidentensprecher Dmitri Peskow schloss Verhandlungen im kommenden Monat nicht aus und sprach von einer Lösungsperspektive in der absehbaren Zukunft. Gleichzeitig bremste Moskau aber Erwartungen an ein direktes Gipfeltreffen zwischen Wolodymyr Selenskyj und Wladimir Putin beim G20-Treffen im Dezember in Florida. Aus russischer Sicht gebe es dafür derzeit keine Grundlage.

USA sondieren erneut

Zuletzt hatten die amerikanischen Unterhändler Jared Kushner und Steve Witkoff sowohl Moskau als auch Kyjiw besucht, um Möglichkeiten für eine friedliche Lösung auszuloten. Schon im Februar saßen die USA in der Schweiz bei direkten Gesprächen beider Kriegsparteien mit am Tisch.

Die Hürden für ein Ende des Krieges bleiben jedoch enorm. Vor allem über die Zukunft der noch von der Ukraine kontrollierten Gebiete im Donbass liegen beide Seiten weiterhin weit auseinander. Russland erhebt Anspruch auf diese Region, konnte sie trotz jahrelanger Kämpfe aber bislang nicht vollständig einnehmen. An der Front hat sich die Lage zuletzt festgefahren, während der Krieg mit Drohnen und Raketen weitergeht.

Angriff auf Zug nahe Polen

Wie angespannt die Situation bleibt, zeigte auch ein Drohnenangriff auf einen Passagierzug von Kyjiw Richtung Warschau. Der Zug wurde in Grenznähe zu Polen getroffen. Nach Angaben des Betreibers waren mehr als 200 Fahrgäste an Bord, verletzt wurde niemand. Selenskyj sprach von einer absichtlichen Attacke durch Russland. Nach Informationen des "Spiegel" musste außerdem ein privat gecharterter Sonderzug aus Sicherheitsgründen teilweise evakuiert werden; darin saßen demnach unter anderem Boris Johnson und der außen- und sicherheitspolitische Berater von Bundeskanzler Friedrich Merz, Günter Sautter.

Quelle: DW Deutsch

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